Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Briefe aus Berlin
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 2)
- Language
- German
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30 Briefe iiuo Berlin. den £l\cil ihvcct 8d'(act'tviob0t\ den sie nickt genossen, verkauften und vielleicht dabei (Gelegenheit zum Fleischoerkaus überhaupt itabmen, wodurck fid> die 3d>lachter hcoiutrachtiןלt glaubten. Im Allgemeinen zeigt aber jene Jndcnordiurug, daß ihre Verbalrnisse erträglich und sie mit den Burgern gleichbereckrigt waren. Der Juden Berlins׳ wird zuerst 1320 gedacht, wo sie die Markgraiin Agnes an den Magistrat unter der Bedingung verschenkte, ״daß sie unter desselben Gencktszwange allein und sonst unter Niemandem sieben sollten." Zahlreich konnten sie indes; dorr nicht sein; denn sie batten noch keinen Begrabnißplatz, sondern fd» cd teil ibre Leichen nach Spandau, woselbst sich das in heu Acten genannte Micm* ^קב, Begrabuißplatz der Juden, zwischen der Stadt und dein Hochgerichte befand, und wo sie für jede Lücke eine Abgabe an den dortigeil Magistrat erlegen mußten. In Anfänge des vierzelniten Jahrhunderts befanden sich die Juden in der Mark unter den banerschcn Markgrafen ziemlich wohl und breite teil ne!׳ aus, so daß sieh die i! leisten Judengasseu, Indenstraßeu, Judenhose daselbst aus dieser Zeit herschreibeu. Sic wurden für tbcure Iud eilst euer mit Schutz- und Freiheitshriesen versehen. Besonders nennt der Markgraf L udwig sie in allen Urkunden feine liehen Kammerknechte und I)i seiet» viri — bescheidene weise Leute, welcher Titel nur den Magistraten zukaui. Dies erregte zwar den Neid des Volkes, aber Ludwigs Anseben schützte sie und er ertheilte ihnen an vielen Orten bedeutende Gerechtsame. Dafür brachten sie ihm!׳etracktlicke Einkünfte, besonders auch da sie die Stenern pachteten rmd eintrieben. Allein das Jahr der Pest 1348 brachte eine allgemeine Indenverfolgung, weil man sie beschuldigte, daß sie die Pest bereinschleppten, so irie überhaupt die Jahre von 1348—1357 in Folge der grassirenden Pest, wie bekannt, von schrecklichen Jammer erfüllt sind, indem daö Vorurtheil des Volkes, die Bosheit der Geistlichkeit und der Eigennutz der verschuldeten adeligen Herren sich zu der grausamsten Hetze und Mordlust gegen das arme Volk vereinigten. Einige Jahre daraus — 13(33 — finden wir abermals der Zuden Berlins erwähnt, indem der Markgraf Ludwig der Römer und sein Bruder Otto dem Magistrat der Städte Berlin und Kölln a. d. Spree u. A. die Juden versetzen. Die Juden hatten indest auch damals noch keinen Begrabnißplatz in Berlin, dock hatten sie, wie eö scheint, in Spandau einen besondern, gaben der Spandauer Kämmerei eine Abgabe für ihr ״Kiever" und noch 1430 machten sie mit dem Magistrat zu Spandau einen Kontract, wegen Erbauung und Besserung des Zaunes um ihren Kirchhof, und in der Spandauer Kammerei-