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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1854-01-01 · Heft 1 · p. Seite 29

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1854)
Issue
Heft 1
Article
Briefe aus Berlin
Date
1854-01-01
Page
Seite 29 (sequence 1)
Language
German
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Briefe aus Berlin. 2‘J Briefe aus Berlin. l. Nachdem \\\ Ibrer ^cfduuUcii fcbon aus vielen Orten hvv üWt die jüdischen h)eme luden lohrvotcl'0 uild anregende Beneide gegebeil worden sind, wäre es U'0M an der Zeit, das 1na 11 11 der die an Intelligenz wie an Za dl bervorragende jüdische Ge!neinde in der Metropole Preußens etwas vernabme. Indem ied es nun in folgendem versüße, tAniges über Entstclmng, Entwickelung lind Schicksale dieser (Gemeinde zusammen zu stellen., dessen .Un!lde ich der ifcctmo niedrerer Quellen, vorzüglich aber den ״Annalen der Juden in der Mark Braudendnrg von M 01t tg ]790״ verdanke, hoffe ich, t^ft es fm* Idre l'ef'i־ 11id>i ganz ohne Interesse sein, und vielleicht eilwr<lnit den gegenwärtigen Berbältnissen dieser (Gemeinde Vertrantern zur Biittl׳eillmg derselben veranlassen durfte. — Schon im zwölften Iadrdundert gab es Inden in der Mark Brandenburg, doch weif mall von ilren Schicksalen ans Mangel an Urkunden llichts Sicheres. Zu Ansange des dreizehnten IabrbundertS war sedoll die Altmark mit Indcn angesilllt, und die Markgrafen führten nach dem Bechvwle der Kaiser Iudcnsckutz und Iudenzms ein. Die erste Erwähnung der märkischen Juden in der Geschickte finden wir in der Erzählung von dem Wuirderdlute zu Belitz, wo die Iudell 1243 des veranlaßren DledstahlS und der CiiituuMhinu^ einer Hostie beschuldigt, aus welcher seirden! Blut geflossen sein soll, vor deln Tbore auf einem Berge verbrannt wurden, der davon der Indenberg beißt. Der Zweck dieser Schalldtbat war, daß man mit dem Wunderblnte ein sebr einträglicbes hl e sch a st rrieb; denn es lvurden Wallfahrten dabin veranstaltet und der Bischof Richter von Bralidenbllrg evtheiLtc 1247 dem Wunder seine Bestätigung und Allen einen Ablastbrief, welebe da>^ Wunderblut vor und nach dem Tage der Himmelfabrt besuchten. — Ockne Zweifel befanden sich zu Ende dieses JahrbnndertS Juden in allen größern Städten Brandenburgs und also auch in Berlin. Beträchtlich muß schon ihre Zahl in Stendal gewesen sein, da die erste Judenordnung, von den Markgrafen Otto und Zionrad 12U7, worin dem Magistrat von Stendal das Recht zuerkannt wird, den Juden Schutzbriefe zu ertheilen, u. A. erwähnt, der Jude solle einen etwaigen Eid in deutscher Sprache vor der Schule (Synagoge) adlegen, woraus hervorgeht, daß ste schon eine Synagoge batten. Auch kommen schon überall Streitigkeiten der Schlachter mit den Juden vor, weil diese

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