Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 11)
- Language
- German
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- Selm 1× ep/1045700
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Sie «euere iiitijVh’ l'itcratuv und il׳re Bcdciitnng. 'i'i einmal in der Selm ft zu lesen vcrmüclUen «Mischna 'uuna c. l.l. Die Synedrialmuglieder und eigentlicheil Schristgelebrren standen theilS dem Volke zll fern, theilS batten sie von den römischen Statthalterir und den letzten Scheinkönigen aus dem herodäischen Gesrblechte zu viel z;> erdulden, um ihren Blick mit (ivfolfl nach dem Iugendunlerichte hinwenden zu können. Da es so der Menge an jeder Anleitung zu besseren Begriffen gebrach, hielt sie sich an Wuuderlhäter und (^autlev, die zuweilen auftauehken und dem Volke bessere Tage versprachen (Jos. Alterth. XX, 8.). Unter solchen Nmständeil konnte der Untergang des Staates, auch ob ne die überwaliigenden Nömerheere, nicht lange mehr anSbleiben. Mil Aecht sieht daher ein späterer frommer Talmudlehrer, der — wie wir weiter sehen werden — zu seiner Zeit dem ersten kleinentaruiuerrichte der zarteren Jugend seine Sorgfalt widmete, im Verfall deS religiösen Unterrichts derKinder die hauptsächliche Veranlassung des Tempelsrurzes! < Sabbat ll!>, יז.> — Doch uoch ein Lichtstrahl sollte Hereinbrechen, Es gab noch Männer im Staate, denen es am Herzen lag, ״das; die göttliche Lehre nicht vergessen werde in Israel" und die wohl einsahen, das; es deshalb vor Allem Nord time einen besseren Jngendunterricht zu begründen. — Das beschick oder eine höhere Fügung wollte, das; unter Denen, die mir das den Meistbietenden feil gewordene Hohepriesteranit sich bewarben lind eS er׳ hielten, ein Mann sich befand, dein es nicht blos um die eitle Ehre zu thun war jene Würde zu bekleiden, der vielmehr jenes wichtige Amt rmd den damit verbundenen Enflusi zu benutzen sich vorsetzte, um für das geistige und sittliche Wohl des Volks zu sorgen. Dieser Manu, über dessen nähere Verhältnisse die Annalen der (beschichte eigentlich nur wenige Andeutungen geben, hieß Josua Sohn Gamla's und ward um 64 nach der christl. Zeitr. unter Agrippa II. zum Hohenpriester ernannt. Durch wissenschaftliche Bildung sich auözeichnend, mit den angesehensten und wohlgesinntesten Männern seiner Zeit — wozu auch der Geschichtschreiber Zosephus gehörte — befreundet, widmete er seine Thätigkeit dem öffentlichen Wohle; bekundete hierbei nicht nur seine Beredtsamkeit, sondern auch seine Mäßigung und Friedensliebe in dem damaligen Parteienkampfe, als dessen Opfer er später siel. (Vgl. Jos. vom jüd. Kriege IV. 4. 5.) Mit der durch ihre fast verschwenderische Wohlthä-