Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1854)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die neuere jüdische Literatur und ihre Bedeutung
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 5)
- Language
- German
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18 Die lU'uovo■ jiitifd'(?iteratuv und ihre Bedeut»!!.!. in täjilidiem Gespräcke cintufdnii'fcn. '1itdtt uiv cinc|dcvmcn Formel sollte das Wort Gottes werden. es sollte uid)t wie ein abgeschlossenes Buel, fein, das man Mae an bestimmten Stunden oder t» gewissen Seiten!nr Hand nimmt, um seinen Inhalt mühsam!11 erforschen: man sollte vielmehr die singend so damit vertraut machen, das; es einen Xheil ilirer Beschästiflung werde ״tu Hanse," ihre Unterbaltumt ab!ן ehe ,.auf Wanderungen." t!n׳ Erholung diene ״des Abends" nach voll׳ brachte!׳ Tagesarbeit und aufs Nene das (semnrh stärke und erhebe ״des Morgens" nach gepstogener nächtlicher Ruhe (Denk. 6. 7. 11. 11, 111.). So ward der Zugeitdunterridit dem tägli chen händlichen Eultus als integrirender Theil eingefügk. — Die Gcschichtswahrl,eiten der Neligion aber, welche au graste Begebenheiten der 'Vorzeit sich knüpften, namentlich an die wunderbare Errettung ans Ägypten als den hervorragendsten Moment in der Naiionalgesdiidne, woraus nicht nur die Offenbarung auf Sinai und die gante folgende Gesetzgebung basiri war, sondern die auch vorzugsweise im Stande war von Gottes allwaltender Borsehung, seiner Allgute und Allgeredttigkeit lebendiges Zeugnis! abtnlegen. — diese gewichtigen Thar׳ sacheu sollten noch außerdem durch versinnbildlichende Handlungen nur Anschauung gebracht werden und hierdurch Beranlassung geben, bei besonderen Gelegenheiten, als dem jährlich wiedcrkehrenden UebenchreitungSseste, bet der augeorditeten Auslöstmg aller Erstgeburten u. s. w. die Jugend, nach Maßgabe ihrer verschiedenen Fähigkeiten, über Gott und seine Wohlthaten tu belehren und in die Bedeutung mancher religiösen Vorschriften Hinsicht tu verschaffen ((nab. 13, 8. 11. 13 ff. Deuter. 6, 20 ff). Hier trat der Unterricht schon ans dem engern häuslichen Gebiete heraus und verbreitete sich über mehrere Familie» gemeinschafilich. Zu dem Passah- oder Ueberschreitungsopfermahle thaten sich gewöhnlich die eintetneu Hausväter in Vereine oder Gcnosscitschasten zusammen; die Jugend war also in Gruppen vereinigt und hatte so den Vortheil. auf die nach Talent und Lernbegier. Neigung und Tentperament der Kinder verschiedentlich formulirte Fragen mehrfache Antworten zu vernehmen. Der Eindruck auf die jugendlichen Gentüther mußte dadurch um so wirksamer und lebendiger sein; die Mannichfaltigkeit der Belehrung mußte ihre Geisteskräfte erhöhen und edlen Wetteifer in Wissen und