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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1853-01-01 · Heft 1 · p. Seite 28

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
2 (1853)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1853-01-01
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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28 Recenfionen und Anzeigen. rusalem, sondern basirte auch seine Aussprüche ganz auf den jerüsalemischen Talmud (vgl. M. Waschkar R. G. A. Nr. 18); die Palästinenser hatten aber bekanntlich die 15. BenedMon (NQ^ N^) nicht, welche hingegen im Buche Haijun vorkömmt! Z) Sendschreiben desR. Abraham Abulafia anR. Jehnda genannt Salmon. Dieser 15^ hebr. Druckseiten einnehmende Brief des in der jüdischen Literärgeschichte des 13. Jahrhunderts bekannten Abulafia ist ohnstreitig die interessanteste der dargereichten Gaben. Abulafia's Leben und Schriften verdienen nicht blos die Beachtimg der mit der Kabbala und ihrer Geschichte sich beschäftigenden Gelehrten, sondern aller Forscher mittelalterlicher Geschichte. Hr. I. gibt S. 16—18 einen kurzen Abriß seiner mannichfachen Schicksale, worunter auch, daß er im Jahre 1288 den Papst (wohl Martin IV.) bekehren wollte. (Abulafia hatte wegen seiner eigenthümtichen religiösen Ansichten und Schwärmereien sein Geburtsland Spanien verlassen müssen; er glaubte daher vielleicht bei dem aus Frankreich gebürtigen Papst Martin IV.- der den König Petro von Aragonien in den Bann that, eher Eingang zu finden.) Salomon ben Adrat schrieb sodann gegen diesen Religionsschwärmer, wogegen sich Abulafia in dem in der Kaiserlichen Bibliothek zu Paris handschriftlich befindlichen, hier mitgetheilten Sendschreiben vertheidigte. Hr. I. reproduzirt und interpretirt S. 21—25 der deutschen Einleitung säst den ganzen Inhalt dieses merkwürdigen Schreibens, worauf der Kürze willen hier verwiesen werden muß. Die Worte S. 23 ״die End-Buchstaben mitgerechnet" sind jedoch dahin zu erläutern, als wenn es hieße ״die letzten Buchstaben der vorhergegangenen Reihe figuriren wiederholt als erste der folgenden Reihe." — Jedenfalls geht aus diesem Briefe hervor, daß Abulafia nicht der abstruse Schwärmer war, wofür man ihn hielt; sein Hauptverbrechen war, daß er in seinen kabbalistischen Ansichten von den zeither darin tradirten Lehren abwich. Für Literarhistoriker ist noch wichtig, daß Abulafia S. 16 auf den echten , bis jetzt noch ungedruckten Jezira - Kommentar des Saadias ziemlich originell hindeutet, und ihn als zu philosophisch und daher mangelhaft charakterisirt. — S. 25 des hebräischen Textes wird durchgesührt, wie der Stoff Bild des Geistes sei. — Man kann nach Allem nur mit dem Herausgeber übereinstimmen, daß Abulafia nicht, wie Landauer meinte, Verfasser des Sohars sein könne; es gewinnt daher die.Autorschaft Mose de Leon's immer mehr an Wahrscheinlichkeit. — Möchte Hr. I. sich einer ausführlichen Bearbeitung des Lebens und der Glaubensansichten Abulafia's unterziehen, wozu er um so befähigter ist, da ihm mehrere bezügliche Handschriften zu Gebote stehen. Diese Monographie wäre ein lehr-

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