Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1853)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jahresschau
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
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16 Jahresschall. Wissenschaftdes Glaubens von einigen hierzu ernannten Wächtern vertreten werde: wo bietet sich diesen Wenigen Gelegenheit dar, den Wächterdienst zu erlernen, wo öffnet sich ihnen die Stätte, an der sie sich zum heiligen Dienste weihen, der Geist des Meisters sich aus sie ergieße und ihnen geistige Befähigung, Keimtniß und Wissen mittheile? Die Lehrzimmer sind geschloffen, kein Lehrer öffnet sie : woher sollen die künftigen Rabbiner ihre theologische Bildung nehmen?- Gegenwärtig zehren wir, wenn auch kärglich, von dem Mark und Nachlaß mancher vor einigen Jahrzehnten dahingegangenen Lehrer; aber dieses „Erbtheil der Väter" hört allmälig auf: wird nicht daran gegangen, junge Rabbiner heranzubilden, welche Zukunft stehet Israels Hckligthnm bevor? an wen werden sich Israels Gemeinden halten? wer wird die Schätze des Glaubens wahren, wer die große Errungenschaft der Väter vertreten? „Schöpfung eines Seminars!" so mahnet dringend der trostlose Zustand der Gegenwart, rufen mit Donnerstimme die Dahingeschiedmen, die an Glauben und Lehre ihr Leben setzten, um sie noch dem tausendsten Geschlechte zu überliefern, mahnt der in Feuerflammen gegebene Bund, durch den Israel für immer bestehen soll. Eine Stätte der Lehre, eine Stätte für Bildung zur Lehre : welche Zukunft erwartet uns sonst? — Von wem aber sollen diese Seminarien ausgehen? wer soll diese Pflanzschulen errichten? Mch! es liegt diese heilige Pflicht Jedermann ob, und wer könnte, so sein Herz für den Glauben schlägt, bei ernstlicher Erwägung dieser Gefahr zurückstehen und nicht Mittel, so sie ihm gegeben sind, zur Abhülfe Herbeischaffcn? Die Reichen, die vom der Vorsehung mit irdischen Gütern Bedachten, in ihrer Hand liegt es,, die materiellen Bausteine herbekzuschaffen; aber sie stehen in unserer Zeit meist der Glanbenswissenschast zu fern, die materiellen Interessen schließen ihnen selbst für den Glauben die Augen, sie vermögen Nicht zu fassen, wie er gefährdet sei. — Den größeren Gemeinden, die einen iveseutlichen Bestandthekl der Gesammtheit bilden, liegt die Sorge für Erhaltung ob und daß in ihrer Mitte sich Anstalten für das Gemeingut der Gesammtheit erheben.' Doch Gemeinden mkt ihren Vertretern sind vielköpfige Körper, in denen entweder der höhere Geist vermißt wird öder die Geister sich nicht zu einem einheitlichen Willen einigen. Die Rabbiner müssen beginnen: von ihnen, deu-5W-ächtern des Glanbens, die Bildu ng einer