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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-10-01 · Heft 1 (Oktober 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 1 (Oktober 1851)
Article
Briefe aus London
Date
1851-10-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Briese aus London. 23 werden durch sie nicht erspart, Einrichtungen für das Leben ergeben sich nicht ans ihnen: neben diesen reichen Geschirren gewahrt man noch Handmuhlen! Den eigentlichen Fortschritt zeigt die Vervollkommnung des Eisens; von seiner frühen Ausprägung zum Pfluge bis zu der Vollendung der Dampfmaschinen und anderer, allgemeine Cuttur und Verkehr fördernden Werkzeuge, die den Stolz unseres Jahrhunderts machen/" Der Chrystal-Pallast enthält auch einige von Juden verfertigte bemerkenswerthe Erzeugnisse letzterer Art; und nicht wenig zog eine Maschine, die Tausende von Briefcouverts in einer Viertelstunde auf eine höchst ingeniöse und einfache Weise verfertigt, die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich. Mit Recht wurde jedoch einem Freunde, der hierin eine vorteilhafte Seite des Juden herausfindeu wollte bemerklrch gemacht, daß England, obschon die Bestrebungen der Hochtories die Juden vom Zutritte ins Parlament ausschließen wollen, einen Unterschied in seinen Burgern nicht kenne, und daher außer dem Punkte der Religion nie der Jude sondern nur der Engländer irr Anschlag gebracht werde. Auch uns Deutschen dürfte diese Bemerkung zu statten kommen: wir kokettiren zuweilen mit Namen, die weder im Judcnthmue wurzeln noch dem Jüdenthum ans ihren Bildungsgang Einfluß gestatteten; der Stolz aus sie ist oft nur eine Selbstdemuthignng. — Doch einen Gegenstand glaube ich hervorhebeu zu müssen. In der großen Ausstellung befindet sich eine kunstvolle irdeue Vase aus Jerusalem, von einem dortigen Juden verfertigt. Sie hat aus beiden Seiten feine, dem unbewaffneten Auge kaum leserliche Inschriften, die die Ankunft des Sir M. Montefiore und feiner Gattin in Palästina feiern, von deren Nachtlager auf dem Oelberge erzählen u. a. m. Dieses Kunststück hat Manches das an das heilige Land erinnert; und da es von daher kommt, so suhlt man sich unwillkürlich zu mancher Betrachtung über diesen durch die Zeit vermittelten Zusammenhang veranlaßt: Palästina und die Weltausstellung! Noch ein anderes Aeußerliche mag hier am Eingänge Erwähnungfinden. Das britische Musäum ist durch seine unermeßlichen Schätze im Gebiete der Natur und der Wissenschaft bekannt. Für die jüdische Literatur wird in neuerer Zeit eine großartige Thätigkeit entwickelt: die Bibliothek des sei. H. Michael in Hamburg wurde, was Druckschriften anbelangt, vom Musäum angetanst (die Manuscripte wanderteu nach Oxford), wobei nur sehr zu bedauern ist, daß diese Bücher nicht aufgestellt und eatalogisirt find. Hierdurch ist ihr Gebrauch sehr erschwert, fast verunmöglicht: ein Uebetstand dem von Seiten der Bibliothekare des Musäums baldigst abgcholfeu werden sollte. — Auch viele hebräische Jucuuabelu befinden sich hier; Manuscripte besitzt das Musäum für jetzt noch wellige: unter diesen ein schönes

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