Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1851)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1851-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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14 Schutzschrist des Josephus Flavius gegen Apion. schreibung gingen befleißigten sich nicht der Wahrheit, obschon diese das allzeit bereite Aushängeschild ist, sonder» sie wollten die Macht der Bcrcdtfamkeit zeige», und in der Weise wie sie glaubten, es Einer dem Andern hierin zuvor thun zu können, setzten sie ihre Werke zusammen. Manche verlegten sich auf Sagenerzahlung, Manche besangen, um sich Gunst zu erwerben, Städte und Fürsten, Andere, die da glaubten hierdurch zu glänze», setzten sich zum Ziele, die Begebenheiten oder die Erzähler zu schmähen. So thu» sie überhaupt das, was der Geschichte am meisten widerstrebt. Der Beweis der Geschichtstreue ist, daß Alle dasselbe über denselben Gegenstand erzählen und schreiben, sie aber vermeinen, jemehr man über dasselbe Anderes schreibe, destoinehr erschein« man als der Wahrhafteste. An Worten und an Geschicklichkeit hierin müssen wir vor den griechischen Geschichtsschreibern zurücktreten; aber wahrlich nicht an Wahrhaftigkeit der Geschichte des Alterthums, und am wenigsten in der je einheimischen Geschichte. 6) Daß bei Egyptern und Babploniern seit der ältesten Zeit Sorgfalt auf die Aufzeichnungen verwendet worden fei — dort waren die Priester hiermit betrauet und stellten gelehrte Forschungen hierüber an, bei den Babylonieru die Chalbaer 3 4 5) — und daß vorzüglich die Phönicier sich für die LebenSverhältmsse*) und die Ueberlieferung der alten Begebenheiten der Buchstaben bedient, die die Griechen von ihnen erlernten , hiervon glaube ich, da man allgemein über diesen Punkt einverstanden ist, schweigen zu dürfe». Daß aber unsere Vorfahren dieselbe, ich will nicht sagen noch größere Sorgfalt auf die Aufzeichnungen, die sie den Hohenpriestern und Propheten übertrugen, verwendeten, und daß sie bis auf unsere Zeit mit vieler Ausdauer bewahrt wurde und — ich wage es etwas 3) Chaldäer ist im Griechischen sowohl.Benennung für die alten Bewohner Babylons (und so auch weiter bei Josephus) als für die babylon. Priester, Astrologen: in diesem Sinne nimmt es hier Josephus. So auch in der h. Schrift sehr häufig als Volk. aber auch in der zweiten Bedeutung Daniel 2, 2. 4. 4) Im Text slg t£ mg irsgl xov ßtov olxovaptug d. i. für die Staatsverwaltung, Staatswirthschast, Verwaltung des Hanfes >!. s. w. 5) Für das impi,yvv{i,£v(jüv des gewöhnlichen Textes hat eine Leseart bei Havercamy emdnxvvpivwv: und dieser gemäß ist hier gesetzt. Auch die Leseart imptyvvpivon> gibt übrigens denselben Sinn: die Phönicier bedienten sich der Buchstaben, die sich mit den Griechen vermischt d. i. die bei den Griechen in Gebrauch kamen. vgl. oben § 2. Die Uebersetzung Phoenicibus qui Graecis immixli usi snnt liteiis ist sinnlos.