Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1851)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1851-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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13 Schiitzschnst des Josephus Flavins gegen Apion. Und wvzn von Jenen sprechen die sich auf Städte beschränken, da doch selbst in der Erzählung über den persischen Krieg und dessen Begebenheiten die berühmtesten Geschichtsschreiber von einander abweichend. Selbst Thucydides, der eine sehr genaue Geschichte des zu seiner Zeit Borgefailcne» geschrieben zu haben scheint, klagen Manche als falschen Berichterstatter an ^). 4) Forscht man »ach dev Ursachen solcher Widersprüche, so werden sich wohl viele und verschiedene zeigen; ich lege folgenden zweien das größte Gewicht bei. Die erste und vorzüglichste scheint mir zu sein: die Griechen haben von scher nicht Sorge dafür getragen, daß je die Vorgänge öffentlich anfgezeichnet werden; und dieses gab zumeist Jenen die später über Altcrthümcr schrieben, Gelegenheit zum Jrrthume und zur Verfälschung. Denn nicht nur bei den anderen Griechen wurde die Aufzeichnung vernachlässigt, sondern auch bei den Athenern, die man als Autochthonen") und Pfleger der Wissenschaft ansgibt, findet sich nichts dergleichen. Als das erste öffentliche Aktenstück nennen sie die von Draco bei ihnen über de» Mord erlassenen Gesetze: dieser lebte aber nur wenige Zeit vor der Herrschaft des PiststratusUnd über die Arkadec-, die sich eines hohen Alters rühme», was ist da viel zu sagen? Sie haben kaum auch nach obiger Zeit Kcnntniß der Buchstaben gehabt-). 3) Da also nirgend eine Auszeichnung vorlag, welche die Lernbegierigen belehren und die Verfälscher überführen konnte, so entstand diese große Abweichung bei den Geschichtsschreibern. Hieran schließt sich die andere Ursache an. Die an die Geschichts- 7) d. i. in diesem allgemeinen, ganz Griechenland berührenden Ereignisse, wo dach Ucbereinstimmuug der Geschichtsschreiber am meisten zu erwarten wäre. 8) Thucydidcö schrieb eine Geschichte des pcloponnesischeu Krieges, soweit ec zu seiner Zeit reichte; Thucydides starb nämlich noch vor dessen Vollendung. Diese Schrift ist durch Tiefe und wahrhaft historisch-kritischen Sinn ausgezeichnet, and bis jetzt trotz ihrer mangelhasten Anlage unübertroffen. t>> Autochthonie ist nach der mythischen Auffassungsweise ein Hcrvorwachsen aus dem Boden, und ist der Ansdruck für die ursprüngliche Ansässigkeit. Die Autochthonie war der Stolz der Athener; sie drückten hiermit aus, das, sie von scher ihre ursprüngliche Heimat gehabt, und sie nicht erst wie andere Völker durch Wanderung begründet haben, vgl. Wachsmuth Hellenische Altcrthümer LH. I. Beilage II. 1) Also einige Zeit vor Solon (KS4), dessen Neffe der hier genannte PisistratuS, der. sich im I. 560 zum Herrscher von Athen aufwarf. 2) Die Arkadcr wurden ebenfalls als Autochthonen angesehen (vgk. die bet Wachsmuth angeführte Stelle aus Demosthenes), aber sie waren als Hirtenvolk roh.