Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1851)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1851-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829135-2842579--00020-2842608- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
12 Schntzschnst des Joftphus FlaviuS gegen Apion. dem trojauischen Kriege; und auch er soll, wie mau sagt, s-üi Gedicht nicht schriftlich hinterlasscn haben, sondern es ist später ans den in der Erinnerung sich erhaltenen Gesängen zusammengesetzt worden, daher sich auch in demselben so viele Abweichungen (abweichende Lesearten) finden*). Und die mit der Geschichtsschreibung sich bei den Griechen befaßten, wie der Milesier CadmnS und der Argiver Aeusilaus und die etwa noch außer diesen Genannten, lebten nur kurz« Zeit vor dem Krieg« der Perser gegen Griechenland. Jene aber die zuerst über himmlische und göttliche Dinge bei den Griechen philoiophirten, wie PherecydeS aus Svra, Pythagoras und Thales, waren nach dem cinmüthigen Geständnisse Aster Schüler der Egypter und Chaldäer, und haben wenig geschrieben. Dieses Wenige halten die Griechen für das älteste Schriftwerk, glauben aber kaum, daß cs von Jenen geschrieben worden sei 3) Ist es also nicht ungereimt, daß die Griechen sich brüsten das Alterthum zu kennen und über dasselbe mit unverfälschter Wahrheit zu berichten? Muß sich nicht vielmehr Jedermann aus ihren Geschichtsschreiber» leicht überzeugen, daß sie nicht nach sicheren Berichten die Begebenheiten aufzeichneten, sondern so wie sie Jeder muthmaßte? Darum greifen sie sich häufig in ihren Werken einander an, und scheuen sich nicht über denselben Gegenstand das Entgegengesetzteste zu berichten. Ich würde als vorwitzig erscheinen, wollte ich Jenen die es besser wissen als ich sagen, wie Hellanicus von Aeusilaus in den Geschlechtstafeln abweicht, wie Aeusilaus den Hesiod zurechtweiset, oder auf welche Art Ephorus den Aeusilaus au den meisten Stellen der Lüge zeihet, Tunaus den Ephorus und die Späteren den Timäus, Alle aber den Herodot. Selbst über die Sicilier will Timäus sich nicht herbeilassen, mit Antiochus und Philistus oder Kallias übereinzustimmen«). Und wieder die über attische Geschichte Atthiden schrieben, oder die in der argolischen Geschichte über Argos berichten, folgen Einer dem Andern nicht. -5) Homers Dichtungen (Ilias und Odyssee) sind gesammelt aus dem Munde der Rhapsode» lumhcrziehcnder Säuger), in deren Mund allein se sich früher erhalten und von denen sie zum Theike ausgebildct wurden, vgl. Wolf ö) vgl, über die hier genannten Philosophen Ritter, Geschichte der Philosophie Th. I. Sie haben m der ThaL nicht Schriftliches Hintersassen. 6) Die drei zuletzt Genannten scheinen eine besondere Geschichte Skcitiens geschrieben zu haben. Die Schriften dieser wie der früher erwähnten Hellarmus, Aeusilaus folg, sind, mit Ausnahme derer des Hesiod und Herodot, verloren gegangen. Wn Ephorus wird häufig bei Strabo angeführt.)