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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-10-01 · Heft 1 (Oktober 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 1 (Oktober 1851)
Article
Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
Date
1851-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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11 Schutzschrift dcS Jostphns Flavius gegen Apion. erfassen will, gerade das Gegentheil hiervon wahr. Bei den Griechen ist Alles neu, und. man möchte sagen erst von gestern und vorgestern: so die Gründung der Städte, Erstndnng der Künste und Auszeichnung der Gesetze; fast am jüngsten aber die Sorgfalt für Geschichtsschreibung. Die Griechen gestehen auch ganz ein, daß das was EgyPtcr, Lhaldäcr und Phönicier erzählen —> ich unterlasse für jetzt, uns diesen beiznrechnen — auf sehr alter ununterbrochener Ueberlieferung beruhe. Denn sie bewohnen Gegenden, die klimatischen Umwälzungen weniger unterworfen sind; und sie verwendeten viele Sorgfalt darauf, daß nichts von dem was sich bei ihnen begeben der Vergessenheit anheimfalle, sondern es wurde stets Alles von den Weisesten aus öffentlichen Tafeln heilig bewahrt. Griechenland aber hat tausend Zerstörungen erlitten, die das Andenken früherer Begebenheiten verwischten^); und so begannen sie stets wieder mit neuen Einrichtungen, und es meint durchgehends Jeder daß von ihm anzufangen sei. Und sie lernten auch erst spät die Natur der Buchstaben kennen. Denn auch Jene die da wollen daß der Gebrauch der Schrift bei den Griechen alt sei, rühmen, daß sie sdie Griechen) sie von den Phöniciern und Cadmus erlernt haben. Und auch auö jener Zeit vermag Niemand eine, sei es in heiligen oder öffentlichen Denkmälern, aufbewahrte Aufzeichnung auszuweisen. Selbst darüber, ob man sich im trojanischen Kriege, der um so viele Jahre spater war der Buchstaben bediente, herrschte lange Zweifel und Ungewißheit, und es gilt nun als wahrscheinlicher, daß man damals den jetzigen Gebrauch der Buchstaben nicht gekannt habe. Ueberhaupt findet man bei den Griechen kein Schriftwerk, das erwiesen älter wäre als das Gedicht des Homer, dieser lebte aber offenbar nach 3) Ueber diese und die folgenden Angaben verweisen wir auf die griechische Geschichte, die von den Einwanderungen des egyptischen Danauö, des phvnicischen Cadmus, der die Buchstabenschrift mitgebracht haben sott, ferner von den verschiedenen Wanderungen der Pelasger, Jonier, Bootier it. 3t. erzählt. Vorzüglich verursachte die Wanderung der Dorer oder die Rückkehr der Heraktiden einen großen Umsturz der bestehenden Verhältnisse. Aus diese im steten Wechsel begriffenen Zustände bezieht sich das τον δε π*ρϊ την 'Έλλαδα τόπον μ,υqtav μεν ψ&οραί χατέβχον. (Hudson übersetzt φ&οραϊ mit morLorum lucs, welches zwar nach den: Texte und der Antithese zu dem früheren τόπονς ol~ xoixnv ηζιβτα τάϊς L· τον περιέχοντος φ&οραΐς νποκεψενους Manches für sich zu haben scheint; allein es fehlt hierfür die geschichtliche Grundlage — bekannt ist nur die große Pest im Beginne des petoponnes. Krieges—, ferner ist auch ungereimt, daß mit der jedesmaligen Pest das Andenken der früheren Begebenheiten verwischt worden sei.)

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