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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-10-01 · Heft 1 (Oktober 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 1 (Oktober 1851)
Article
Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
Date
1851-10-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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18 Schichschrist dcö Joftvhus Flavins gegen Apio«. haben, daß unser Volk, das jüdische, ein sehr altes sei und seinen eigenthümlichen ersten Ursprung habe; auch wie es das vor uns bewohnte Land in Besitz genommen. Aber ich sehe, daß Viele den von Manchen aus Feindseligkeit vorgebrachte» Verleumdungen Glauben schenken und dem von mir über unser Alterthum Geschriebenen mißtrauen; sie führen nämlich als Beweis des geringen Alters unsers Volkes den Umstand an, daß kein berühmter griechischer Geschichtsschreiber uns einer Erwähnung würdigte. Ich glaube daher hierüber (nochmals) kurz schreiben z» müssen, um die Böswilligkeit und die vorsätzliche Entstellung der Schmäher an's Licht zu bringen, die Unkenntniß Anderer zu berichtigen, und Alle die die Wahrheit erkennen wollen über unser Alter zu belehren. Ich werde mich aber für das von mir Angeführte solcher Zeugen bedienen, die von den Griechen als die glaubwürdigsten Alterthumsforscher gehalten werden, und Jene die verleumderisch und lügenhaft über uns. schreiben will ich durch sich selbst überführen. Ich werde auch versuchen die Ursachen anzugeben, warum nicht viele Griechen unser Volk in ihren Geschichtswerken erwähnten, und zugleich die Autoren die unsere Geschichte nicht übergehen Jenen deutlich vorführen, die diese Autoren nicht kennen, oder sich anstellen sie nicht zu kennen. 2) Vor Allem ergreift mich wahrhaftes Erstaunen über Jene, die da vermeinen, daß man nur den Griechen über alte Begebenheiten Glauben schenken und bei ihnen allein die Wahrheit erfragen müsse, uns und Anderen aber zu mißtrauen sei. Ich nehme, so man nicht eitlen Meinungen folgen sondern das Eigentliche der Begebenheiten wie Josephus selbst berichtet, ursprünglich in der vaterländischen, d. i, aramäischen Sprache geschrieben svgl. jüd. Krieg Vorrede), und von ihm dann ins Griechische übertragen worden. Die anderen Schriften sind ursprünglich in griechischer Sprache verfaßt. Endlich folgt obige Apologie gegen Apion. — Noch wird eine Abhandlung „von den Maccabäern oder über die Macht des Geistes" dem Jvsephus zugeschrieben; ein tieferes Eingehen erweiset sie jedoch als unecht und als das Werk eines alexandrinischen kalt philosophirenden Juden. Die dort behandelte Erzählung von dem Märtyrertode der Hanna und ihrer Söhne scheint ein Lieblingsthema der alexandrinischen Juden gewesen zu sein. vgl. S Macc. K. 7. und unsere Schrift „Ueber den Einfluß der palästin. Exegese auf die alexandrin. Hermeneutik" S. 114 Anm. 6. — Josephus hatte, wie er im ersten Buche der Atterthümer sagt, auch im Sinne ein Buch der Erklärungen zu der h. Schrift zu schreiben. Nach manchen Anzeichen wäre diese Schrift eine Art midraschischer Exegese gewesen. Wir hoffen, in einem besonderen Aufsatze die in den Schriften des Josephus sich findenden halachischen und hagadischen. Momente zu besprechen.

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