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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-10-01 · Heft 1 (Oktober 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 1 (Oktober 1851)
Article
Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
Date
1851-10-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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8 Schutzschrist des Josephus Flavins gegen Apion- Palästina ansässig gemacht hatten allgemein verbreitet; aber diese Nachricht wurde aus die gehässigste Weise entstellt, und sie diente dazu die Juden noch mehr der Verachtung Preis zu geben. Bei dem Mangel der alten Welt an umfänglicher Geschichtsforschung konnten die widersinnigsten Behauptungen über ein Volk, das nicht in dem Kreise der Leser für die geschrieben wurde lag, sich leicht geltend machen. — Und in fast noch höherem Grade als die Geschichte, war die Religion der Juden ein Gegenstand des bittersten Angriffes. Hier fügte sich zu dem Spotte Haß hinzu. Der Jude als Monotheist konnte dem Polytheismus neben sich keine Geltung zugestehen, während der Polytheismus keine Ausschließlichkeit kennt und jeder Art des Cultus gleiche Berechtigung einräumt. Die Juden hatten also auch in jener Zeit für ihren Glauben zu büßen; und durch entstellende Berichte mancher Schriftsteller fanden Haß und Spott noch reichere Nahrung. Aber, wenn manchem dieser Autoren das dem Polytheismus notbweudig inwohnende Nichtverständniß des Judenthums zur Entschuldigung dienen mag (und hierin ergibt sich der Ausschluß, wie der scharfsinnige kritische Taeüus so unkritisch über die Juden berichtete, worüber weiter Mehreres), so zeichnete sich der Grammatiker Apion durch geflissentliche Böswilligkeit und Verleumdung aus. Dieser Apion lebte zur Zeit des römischen Kaisers Caligula, und übergab demselben auf Veranlassung mehrerer Einwohner Alexandriens (wir werden hierüber weiter näher berichten), eine Schrift voll der gröbsten Anklagen und Beschuldigungen gegen die Juden. Diese Schmähschrift scheint noch bis zur Zeit Domiticnlls fortgewirkt zu haben, unter dessen Regierung Josephus diesem Libell gegenüber die folgende Apologie verfaßte. In dieser Schutzschrift sucht Josephus die gegnerischen Schriftsteller überhaupt zu widerlegen; Apion selbst schien ihm mit seinen Anklagen zu verächtlich, und er konnte sich, wie er selbst sagt, kaum entschließen, ihm mit einigen Worten zu entgegnen. „Ueber das Alter der Juden, gegen Apion" ist die Aufschrift dieser Apologie; aber sie gehet weit über die Aufschrift hinaus, und enthält eine treffliche Darstellung und Bertheidigung der Neügionden heidnischen Spöttern und Anklägern gegenüber. Diese Schrift, die in zwei Bücher zerfallt, wird als ein Muster apologetischer Beredsamkeit geschätzt. Josephus schlägt seine Gegner mit den Waffen der Wahrheit und der feinsten Ironie, prüft hier mit dem Ernste des Geschichtsschreibers, weiset dort mit feiner Satyre nach, daß den Gegnern die Befähigung geschichtliche Wahrheiten ausznsassen, abgehe und im Allgemeinen in die Wahrheitsliebe der Griechen vieler Zweifel zu setzen sei. Auch gereicht es nicht wenig Josephus zur Ehre, daß er unter so mißlichen Umstanden sich nicht scheuete, offen für die Juden hervorzutretcn; seine

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