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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 5 · p. Seite 282

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 5
Article
Ein Judentag aus Süd- und Neuostpreußen
Date
1915-01-01
Page
Seite 282 (sequence 5)
Language
German
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282 Ein Judentag aus Süd• und Neuostpreußen. den königlichen und geistlichen Städten die vielen Synagogen nach und nach vermindert« werden sollten. Der südpreußische Minister v. Voß trat selbst dafür ein, daß 1803 durch Erhebung des Dorfes Schermeisel zur Stadt den Juden der fernere Aufenthalt daselbst ermöglicht werde. 1797 wird in Schildberg zum ersten Male ein Schächter genannt, das erste Zeichen des Aufblühens einer Gemeinde. Lissa weihte das 1796 im Bau begonnene Gotteshaus am 2. März 1799 ein, Kobylin und Bomst erbauten es um 1799 und Fraustadt um 1798: die beiden letztgenannten waren königliche Städte1). Die Vorschriften über die Schuldentilgung (Kap. IV § 7) blieben gleichfalls außer Kraft2 3 * *). Als die Posener Kammer die Norm (Kap. IV § 12) durchführen wollte, daß der Lissaer Magistrat die Synagogen-Ältesten auf Lebenszeit ernennen sollte, scheiterte der Versuch an dem Widerstand der Lissaer Grundherrschaft,• die höheren Ortes durchdrang. Die alte Wahlordnung blieb in Kraft. Auch die Beschränkung des Wohnrechts auf die Judenreviere in solchen Städten, deren alte Privilegien es geboten, konnte das Reglement (Kap. II § 7) auf die Dauer doch nicht aufrechterhalten. Noch 1803, dreizehn Jahre nach dem großen Lissaer Brande, diente der letztere zum Vorwände der Durchbrechung des städtischen Privilegs sowohl der Dominialherrschaft als auch der Posener Kammer. Alle Proteste des Magistrats blieben hier ebenso wirkungslos wie in Posen, wo die Kammer und die steuerrätliche Inspektion mit zäher Energie die Erweiterung des Niederlassungsrechts der Juden vertraten. Auch in Kalisch und Krotoschin konnte die Bürgerschaft den Auszug aus dem Ghetto nicht verhindern8). Ganz ohne Rücksicht auf die Größe und die Be- ג) Histor. Monatsblätter a. a. O. IV 93, oben S. 182 Anm. Ende Reglement Kap. IV § 1, Gesch. der Juden in Lissa S. 73, Heppner- H e rzberg a. a. O. S. 315, 402, 531 Anm. 2. 2) Gesch. der Juden in Lissa S. 58 ff., Heppner-HerzbergS. 543, mein »Aus der Vergangenheit der jüdischen Gemeinde zu Pinne« Pinne 1903, S. 1, 2, 9, 12. 3) Gesch. der Juden in Lissa S. 162, 164!, histor. Monatsblätter für die Provinz Posen VII 2—11, III 92!., das Jahr 1793 a. a. O. S. 624 Anm. 1.

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