Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 5 · p. Seite 271

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 5
Article
Berichtigungen zum Sklavenrecht in der talmudischen Archäologie von S. Krauß
Date
1915-01-01
Page
Seite 271 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2829866-2829872-2842458--41890-2842510
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Archäologie von S. Krauss. 271 die erste Stelle das, was der Verfasser behauptet, noch sagt die zweite Stelle das Gegenteil. Die erste Stelle B. K. 27 a lautet ואמר רבה הניח לו גחלת על לבו ומת פטור נשהיה לו לסלקה רש//י] על בגדו ונשרף חייב נדהא דלא סלקה סבר אתבעעיה ליה בדינא ויפרע לי רש//י] ...בעי רבה הניח גחלת על לב עבדו מהו כגופו דמי או כממונו דמי אם תמצא לומר כגופו דמי שורו מהו הדר פשטה עבדו כגופו. שורו כממונו נעבדו כגופו דמי ואם הניח אדם גחלת על לב עבדו פטור שהיה לו לעבד לסלקה שורו כממונו שאין בו דעת לסלקה וחייב רש״י]. Wir fragen nun, was in aller Welt hat diese Stelle mit der Rechtsstellung des Sklaven seinem Herrn gegenüber zu tun, diese Stelle sagt doch nur, daß derjenige, der einem Sklaven eine brennende Kohle auf das Herz legte, die der Sklave nicht entfernte, obwohl er es konnte, ebenso befreit ist, falls der Sklave dadurch starb, wie wenn er sie einem freien Menschen auf das Herz gelegt hätte, weil der Sklave ein vernünftiges Wesen ist. Von der Rechtsstellung des Sklaven ist hier keine Rede. Ebenso wenig sagt die zweite Stelle das Gegenteil von dem, was die erste Stelle nach der Auffassung des Verfassers saget! soll. Der Verfasser übersetzt augenscheinlich die Worte »אין נפשו קנויה לו« sein נפש ist nicht Eigentum des Herrn, seine Persönlichkeit geht also nicht in der des Herrn auf und konstruiert einen Gegensatz zu »עבדו כגופו« welche Worte, nach seiner Meinung ja das Gegenteil sagen. Allein die Worte אין נפשו קנויה לוי« müssen übersetzt werden, »sein נפש gehört ihm, dem Sklaven, nicht an, sondern dem Herrn«, was doch gerade dasselbe sagt, wie die ersfe Stelle nach der Meinung des Verf. sagen soll. Hier die Quelle Nasir 61a »עצר.דבר אל בני ישראל ולא לכותים ואמרת אליהם לרבות את העבדים למ״ל קרא האמרת כל מצור. שהאשה חייבת בה עבד חייב בה אמר רבא שאני הכא אמר קרא לאסור איסר על נפשו במי שנפשו קנויה לו יצא עבד שאין נפשו קנויה לו. Allerdings müssen diese Worte cum grano salis genommen werden, sie sagen nur: ich hätte meinen können, daß der Sklave, der sich selbst nicht angehört, weil der Herr über ihn das Verfügungsrecht hat, auch kein Nasiräer-Gelübde auf sich nehmen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.