Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 17)
- Language
- German
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Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus. 257 Er hat ein großes astrologisches Lehrgedicht in jambischen Trimetern verfaßt, das er dem Kaiser Manuel (1143—1180) widmete. Auf eine genaue Beschreibung der Planeten und des Tierkreises folgt eine astrologische Belehrung über die^Bedeutung der zwölf Stellen des Tierkreises; als seine Quellen nennt er die babylonischen Astronomen Selech und Meslas (Krumbacher, Byzantinische Literatur S. 760 ff. — Bd. IX des Handb. d. klass. Altertumswiss.). Auch noch andere Byzantiner werden als astrologische Dichter und Schriftsteller erwähnt. So Theodorus Prodromus, der in Konstantinopel um 1148 gelebt hat; er hat ein astrologisches Gedicht in 593 Fünfzehnsilbern gedichtet, das er der Irene, Gattin des Sebastio Kratos Andronikos Komnenos, widmete (Krumbacher a. a. O.). Von Byzentinern sind ferner überliefert, und zwar aus älterer Zeit als die angeführten Astrologen, Verseauf diezwölf Monate (<mxot sic touc 8fo$6xaj«jv«c),zwölf heroische Distichen auf die Monate der Römer in der Antholog. Palatina; Hexameter auf die Monate der Römer unter dem Namen Leon des Weisen; 16 Hexameter auf die Monate der Ägypter (Krambacher a. a. O. S. 793ff); auch von Christophorus ausMytilene sind 104 astrologische fragmentarische Verse auf die zwölf Monate handschriftl. überliefert. Man kennt aber auch eine ganze Reihe alexandrinischer Poesien über Astrologie. So wie es uns als durchaus notwendig erscheint, daß ein großer Mathematiker und Astronom, wie Ibn Esra einer war, den Beispielen fremder, nicht-jüdischer Astronomen folgt und dem Tierkreis seine volle Aufmerksamkeit zuwendet, indem er des großen Arabers Abu Mäsar Arbeit folgt, und sie benutzt, so wäre es ein Wunder, wenn nicht ein jüdischer Dichter sich gefunden hätte, der als Poet der Astrologie aufträte. Und er hat sich gefunden. Kein anderer ist es als Eleasar Kalir, der fruchtbarste, gelehrteste und geistreichste Dichter religiöser, synagogaler Poesien »der Fürst und Gesetzgeber des Piut« (über ihn jetzt Eljbogen: Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung, S. 310ff). Er soll nach [.den neuesten ^Ergebnissen!kritischer [Erfahrung spätestens um 750 gelebt haben; nach Zunz (GV.2396) in der Monatsschrift, 59. Jahrgang. 17