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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 5 · p. Seite 245

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 5
Article
Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus
Date
1915-01-01
Page
Seite 245 (sequence 5)
Language
German
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Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus. 245 zwölf babylonischen Tierkreisgöttern zu den zwölf Stämmen Israels, zwölf Steinen zu Gilgal, zwölf Brunnen zu Elim«, [s. Benzinger, Hebr, Arch. S. 165; Jeremias ATAO1 248]. »Im zweiten Traume (Josefs) sind die neben Sonne und Mond genannten elf Sterne die Sternbilder des Tierkreises, für die nach babylonischer Art die Zwölfzahl charakteristisch ist; Josef selbst entspricht dem zwölften Stern« (vgl. Ap. Joh. 12 äcTeptav SwSexa). In Salomo Gabirols Abodah findet sich eine Beschreibung des Brustschilds. Jedem Stammesnamen fügt der Dichter eine Anspielung auf den Segen Jakobs bei und obendrein bringt er sie in Verbindung mit den zwölf Sternbildern des Tierkreises. (Elbogen, Studien zur Gesch. d. jüd. Gottesdienstes, S. 62. 90.) — Josephus (Bell. V 5,5) sieht in den zwölf Schaubroten schlankweg den Tierkreis, ebenso wie Philo es als selbstverständlich bezeichnet, daß die zwölf Edelsteine des Brustschildes der Tierkreis sind (Vita. Mos.) Hatten also die Alten ohne Scheu rein biblische Überlieferungen mit dem Gewände altheidnischer, insbesondre baby- Ionischer Mythosbestandteile ausgeschmückt und sie auf diesem Wege durchaus nicht ihres historischen oder sittlichen Kerns beraubt, so werden wir mit Bestimmtheit erwarten, daß die Tradition sich umsomehr derjenigen Ideen bemächtigt, die allen semitischen Völkern Vorderasiens gemeinsam waren und auch bis in den entfernten Westen und nichtsemitischen Osten gedrungen sind. Die bis jetzt angeführten, nur auf die zwölf Stämme anspielenden Überlieferungen, sind schließlich poetische Ausstrahlungen jener später zu behandelnden Grundideen, Einkleidungen der tiefer liegenden Motive in legendarisch-historisches Gewand. Solche poetische Verhüllungen sind in noch dunklerer, verworrenerer Form zahlreich erhalten geblieben; es sind phantastisch ausschweifende, oft genug abstruse Dar- Stellungen mystischer Natur. So die Traditionen über die Tierkreiszeichen in Pes. d. R. K. I; im Midrasch zu Esther, im Targum Scheni (nach Lagarde, Hagiogr. Chald. S. 227ff), woselbst überall Umwandlungen und stellvertretende Tierkreisbilder sich finden, (vgl. Wünsche, »Salomos Thron

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