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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 5 · p. Seite 244

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 5
Article
Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus
Date
1915-01-01
Page
Seite 244 (sequence 4)
Language
German
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244 Der Tierkreis in der Tradition und im Synagogenritus. Schalen, zwölf goldene Löffel, zwölf Rinder, zwölf Widder, zwölf Lämmer, zwölf Ziegen; entsprechend den zwölfTier kr eisbildern, den zwölf Monaten des Jahres, den zwölf Stämmen, den zwölf Fürsten und den zwölf Führern der Seele« (Num. r. 14, 18). Hier haben wir die direkte Identifizierung ausgesprochen, die schön angedeutet ist in dem poetischen Gedanken: »Israel lagert stets an Gewässern, sagt R. Josua; R. Elieser ha-Mudai sagt: Als Gott die Welt erschuf, erschuf er auch die zwölf Quellen (von Elim) entsprechend den zwölf Stämmen« (Mech. Beschall. I, 5). Da ist es kein Wunder, daß in den zwölf Rindern, die das eherne Meer tragen, die zwölf Stamme und Tierkreiszeichen erblickt wurden. (Midr. Tadsche II; Jalk. I Kön. 7,165.) So wird denn auch die Weltordnung Jn direkten Zusammenhang gebracht mit den zwölf Stämmen, die den zwölf Tagesstunden und den zwölf Tierkreis- Zeichen entsprechen (Midr. Ber. r. 100,9). Die Midrasche begleiten den ganzen Jakobsegen durchgehend mit Betrachtungen über die Massaloth-Tierkreisbilder. Die astrologische, schicksalbestimmende Bedeutung dieser Sternbilder im Zusammenhang mit den Stämmen kommt auch deutlich zum Ausdruck in dem Gebrauch: »Wenn man Gott lobt (bei der Weihe des Neumondes), tut man es vor den zwölf Stadtvorstehern, welche den zwölf Stämmen und zwölf Tierkreiszeichen entsprechen«. (Soferim 19,10). Die Stämme lagern unter ihren Fahnen in wohlgeordneten Gruppen und auch diese Lagerordnung steht im Zeichen des Tierkreises. (vgL Bischoff, Praktische Kabbala, S. 120 ff.). Demgemäß ist auch die Stelle, die im Traktat Chagiga (11b) mitten in einer auch sonst hochinteressanten, langwierigen Diskussion kosmologischen Inhalts steht, aufzufassen: Rabbi Jose sagte: »Wehe den Geschöpfen, die sehen und nicht wisssen, was; stehen und nicht wissen, worauf usw. Die Weisen sagen, die Erde steht auf zwölf Säulen, denn es heißt (Deuter. 32,12); Er stellt die Grenzgebiete der Völker fest gemäß der Zahl der Kinder Israels« — womit die zwölf Stämme gemeint sind und auf die zwölf Tierkreiszeichen angespielt wird (Chag. 12 b Mitte). Gunkel (Genes. S. 21, 300, 366) hat somit nicht fehlgegriffen, wenn er sagt: »Es muß eine Linie führen von den

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