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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 4 · p. Seite 222

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 4
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1915-01-01
Page
Seite 222 (sequence 10)
Language
German
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222 Die Darstellung der Juden im deutschen Roman Bei den! Versuche, das Zeughaus in Brand zu stecken, ist er sehr eifrig beschäftigt, Pechkränze zu werfen. Seine Augen brennen lüstern, dabei benimmt er sich überdies feig. Ein schönes Mädchen ist verwundet worden. Kaum hört das Hirsch, so wird er glatt wie ein spazierender Staar und geht augenblicklich mit, während er kurz zuvor, als ein Mediziner verlangt worden ist, vorgegeben hat, keine Zeit zu haben. Bei der ärztlichen Hilfe benimmt er sich schmutzig-sinnlich »der arme Mensch ist viel zu sinnen-geknechtet«. Wenn er überhaupt dieses Mädchen, Fiamma, sieht, besieht er sie Zug für Zug mit Inbrunst, und seine Lippen zittern, ja die Zähne schlagen »diesem Kinde eines sinnenbeherrschten Volkes leise aufeinander.« Jetzt, in der Aufregung läßt er auch sein reines Deutsch fahren’, spricht mit scharfem Akzent, jüdelt1) mit einem Wort und läuft mit einwärts gerichteten Fußspitzen und bisweilen bockartig hopsend, und der Verfasser, denn dieser ist es ja, der das berichten läßt, will an Judenkindern schon des öfteren bemerkt haben, daß sie anders hüpfen wie die unsern und versenkt sich in Gedanken, wie wir diese Rasse unserem Herzen und unserem Blute (?) nahe bringen könnten. »Denn ein Jude, wenn er nur ein warmes Herz hat, kann doch ein lieber Bruder sein«. In der größten Aufregung des Kampfes verlangt er von seinen Freunden, den Mobilgarden, sein Blatt zu rekomtnandieren; er lebt, wie ihm vorgeworfen wird, von dem Streite der Meinungen und zieht eine fette Ernte aus diesem Kampfe. Auch Gottschalk, der Idealist, bedauert ihn. «Schon mit seinem Journal war er auf dem jüdischen Abweg. Hier wird der Hauptmann recht behalten. Ich hielt den Freund schon für den unsern; sein Abfall tut uns schneidend weh. Er stand schon so nahe an dem goldnen Tor, das sich auf der Höhe öffnete. Nun kehrt er auf fast vollendetem Wege um in das l) Nur eine Probe: »Brauch ich deinen Schutz? Wenn nur nicht die Zeiten kommen, wo du brauchst den meinen! Was? E’ Volksführer und hat nicht emal sei Blatt, das arbeitet für ihn! Du werst nix lang machen! — sag ich dir.«

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