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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 4 · p. Seite 216

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 4
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1915-01-01
Page
Seite 216 (sequence 4)
Language
German
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216 Die Darstellung der Juden im deutschen Roman So wäre also der Judengott besser als der Christengott, wenn man mit dem Verfasser diesen Gegensatz, der übrigens sonst nicht hervortritt, gelten lassen will. Immerhin, abgesehen von der stereotypen Charakterisierung, ein ganz annehmbarer Versuch eines Judenfeindes, gerecht zu sein. Als Österreich zerfiel . . . 1848. Wien 1905. C. W. Stern (Buchhandlung L. Rosner) Verlag. 387 S. Dieses Buch erschien anonym und steht literarisch nicht hoch, ist aber für meine Betrachtung von besonderer Bedeutung, weil es eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Judenproblem sein will, und — weil der Verfasser später aus einem Paulus zu einem Saulus geworden ist, d. h. seine Stellung grundsätzlich geändert hat, aus einem Gegner in einen Fürsprecher sich verwandelt hat; Es ist nämlich kein anderer als der heute vielleicht berühmteste Schriftsteller Deutsch-Österreichs, H. R. Bartsch, der Verfasser der »Zwölf aus der Steiermark« und der »Elisabeth Kött«, die ich später betrachte. Das Buch fand bei seinem Erscheinen geringe Beachtung, ja es wurde, wie Bartsch selbst seinerzeit im Berliner Tageblatt erzählte, gerade von den Antisemiten abgelehnt, von den Juden gekauft und — gelobt So mochte Bartsch gefunden haben, daß »wir Wilden doch bessere Menschen sind«, und, andererseits reifer geworden, hat der ehemalige Offizier seine Ansichten über das jüdische Volk wesentlich, d. h. hier zum besseren, geändert, wie sich ergeben wird. Da bekanntermaßen aus Gründen, die, wie wir noch weiter unten1) sehen werden, von Ertl richtig angegeben sind, Juden im Sturmjahre eine nicht unbedeutende Rolle spielen, so wird es nicht wundernehmen, einen Juden auftreten zu sehen. Aber in welcher Gestalt? Zunächst als kleinen, rothaarigen Studenten, den die Kollegen Dr. Hirsch nennen; »nicht daß er Doktor gewesen wäre: er hatte seine Studien wegen bitterer Armut vorzeitig abschließen müssen; wir aber gaben ihm als Trost und Trotz jenen Grad. Der nervöse, idealdenkende (das ist wegen der nachmaligen Wandlung wohl zu beachten) junge 1j Siehe unter ErtL

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