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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 4 · p. Seite 211

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 4
Article
Die Kontinentalsperre und die deutschen Juden
Date
1915-01-01
Page
Seite 211 (sequence 19)
Language
German
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Die Kontinentalsperre und die deutschen Juden. 211 andere Holzschnitte, welche Mahlzeiten darstellen, nicht zur Verfüdung hatte, so benutzte er eben diesen, ganz in der Weise, wie die Buchdrucker seit dem 15. Jahrhundert, seit dem Erscheinen der herrlich ausgestatteten Hartmann Schedelschen Weltchronik überall verfahren sind1). Gedruckte Festkarten mit graphischen Verzierungen sind nun vom 16. Jahrhundert an, zuerst in Italien und Frankreich üblich geworden, und zwar zunächst in den höfischen, später auch in vornehmen privaten Kreisen2). Seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhundert haben dann allmählich auch die bürgerlichen Kreise sich der Sitte angeschlossen, und die Juden sind hinter ihnen, wie wir sehen, nicht zurückgestanden. Von den einschlägigen Erzeugnissen der Buchdrucker- und Holzschneidekunst für jüdische Kreise ist wahrscheinlich nicht viel auf uns gekommen3). Eine dieser Seltenheiten ist das hier wiedergegebene Fragment. Es war offenbar bei den Festmahlzeiten, die aus Anlaß einer Beschneidung oder der Auslösung eines Erstgeborenen rituell vorgeschrieben sind, nach und nach Sitte geworden, den Gästen eine Tasse Kaffee vorzusetzen. Diese meine Annahme wird mir von Herrn I. S. da ב) Es bedarf im Grunde keines besonderen Nachweises, daß die jüdischen Buchdrucker der allgemeinen Mode folgten. Für Amsterdam und für diese Zeit sei aber dennoch z. B. auf die Ausgaben des Jüdischdeutschen Josippon, die von 3743 an, öfter in Amsterdam herausgekommen sind, hingewiesen. Dort ist in der Oktav-Ausgabe von 1765 dasselbe Cliche für den Perser-König Darius I (fol. 6 a), für den Koni g Philipp von Mazedonien (24 b) und für Scipio Africanus (58 b), ferner ein für das 18. Jahrhundert charakteristisches Schlachtenbild (fol. 14 a, 43 b usw.) für ganz verschiedene Situationen verwendet. 2) Vgl. Forrer in der Ztschr. für Bücherfreunde, Bd. III, 2. Hälfte, S. 375, und das Vorwort von v. zum Westen zum 2. Bde. seines Buches: »Berlin in der graphischen Kunst« (Berlin 1912). 3) Ich besitze in diesem Bereich nur eine aus dem 1. Jahrzehnt des 18. Jahrunderts stammende Einladung zur Feier der Hochzeit des R. Isak aus Jungbunzlau mit der Tochter des berühmten Krakauer Talmudmeisters R. Saul. Einige Einzelheiten im Lebensgang des hervorragenden Mannes werden durch dieses, auch sonst interessante Dokument, das ich gelegentlich einmal veröffentlichen will, aufgeklärt. 14*

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