Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Kontinentalsperre und die deutschen Juden
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 20)
- Language
- German
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m 212 Die Kontinentalsperre und die deutschen Juden. Silva Rosa in Amsterdam, einem gründlichen Kenner der Sitten der sephardischen Juden in den Niederlanden1), bestätigt, Er schrieb mir am 27. August d. J.: »Es ist mir bekannt, daß bei den Festmahlzeiten, die mit der Auslösung eines Erstgeborenen verbunden sind, bei uns den Gästen in der Regel Kaffee gereicht wurde und noch gereicht wird. Der hiesige Verein »Pidjon ha- Ben« gibt den armen Leuten unter anderm ein gewisses Maß, ich glaube, 11/a Unzen, Kaffee. Gleiches tut der Verein »Berith Jizchak« für die Festmahlzeiten, die mit einer Beschneidung verbunden sind«. Hiermit wäre auch dieses literarische Erzeugnis richtig eingereiht. So waren also die Juden, und so sind sie geblieben. »Sie mischten sich unter die Völker und lernten ihre Taten«, und zwar nicht nur, wie *der Psalmist (106,35) meint, in malam, sondern auch in bonam partem. ln den äußeren Lebensformen ließen sie sich gar zu gern von ihrer Umgebung beeinflussen. Sie verstanden es dabei aber zugleich, selbst in Kleinigkeiten die fremde äußere Form mit jüdischem Geiste zu erfüllen. *) Eine sehr wertvolle Abhandlung darüber hat er erst jüngst im 46. Jhrg. des »Weekblad voor Israelietische Huisgezinnen« unter dem Titel »Uit het Heden en Verleden der Portug. Israel. Gemeente te Amsterdam« veröffentlicht.