Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Kontinentalsperre und die deutschen Juden
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
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196 Die Kontinentalsperre und die deutschen Juden. mehr oder minder berühmter Männer1) auf, die sich mit dem Kaffee eingehend beschäftigt haben. In den Ergebnissen ihrer Forschung gingen sie, wie das auch heute noch in den Gelehrtenkreisen üblich ist, nicht selten weit auseinander. Die Naturforscher und Ärzte spekulierten über das Heimatland der Pflanze, über ihr Aussehen, ihre Fortpflanzung, die Möglichkeit ihrer Einbürgerung, ihre ätiologischen, therapeutischen und anderweitigen Eigenschaften. Der Arzt Joh. Wesling aus Minden in Westfalen, der 164g als Prof, in Padua am hitzigen Fieber gestorben ist, bezeugt, daß das neue Getränk überall, wo es bekannt ist, als »otii oblectamentum2) sive bonae valetudinis firmamentum« angesehen werde. Anderweitig aber erfahren wir, daß im Rathaus zu Marseille am 27. Febr. 1679 bei einer Doktor-Promotion der Fakultätsbeschluß zu Protokoll genommen wurde, daß der Kaffee für die Menschen, und zwar besonders für die, die in Marseille wohnen, schädlich und gefährlieh sei3). Die Theologen beunruhigten sich wegen seines üblen a) Auf S. 444 ff nennt er den Prof, der Botanik in Padua Prosper Alpinus (1553—1617), den Prof, der Anatomie und Botanik in Basel Caspar Bauhinus (1560—1614), den Mediziner und Weltreisenden Franz Bernier aus Angers, der acht Jahre Leibarzt des Großmoguls gewesen und am 22. September 1688 gestorben ist, den ruhelosen gelehrten Wandersmann Joh. Chardin aus Paris, der am 5. Januar 1713 in London gestorben ist, den Prof, der Botanik in Leyden .Karl Clusius aus Arras (1526—1609), den gelehrten Kauffmann Philipp Sylvain du Four aus Lyon (1622—1685), der ein ganzes Buch »de l'usage du Caphe, du The et du Chocolate« geschrieben hat, den Prof, der Theologie in Paris Simon de Muis (1597—1641), den gelehrten Bernhard Rauwolf aus Augsburg, der in der ganzen alten Welt herumbotanisiert hat und 1606 in Hatom in Ungarn gestorben ist, den Arzt und Schriftsteller Karl Spon in Lyon (1609—1684), den Bücherfreund und Weltreisenden Melchisedek Thevenot aus Paris (1621 — 1692), den Prof, der Medizin und Chirurgie in Padua Joh. Vesling oder Wesling aus Minden in Westfalen (1598—1649) und das Mitglied der Royal Society Thomas Willis, der am 21. Novbr. 1675 in London gestorben ist. 2) Mangel a. a. O. 3) Leopold Löw, Ges. Schriften II, 226.