Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bemerkungen zum Sefer Scha'aschu'im
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 4)
- Language
- German
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Bemerkungen zum Sefer Scha'asdnFim. 173 38. S. 198: Hier in den Berichtigungen widerruft D. die früher (S. 48, Anm. 1) ausgesprochene Vermutung, daß Ibn Zabara selbst auf die Frage למה יאמרו כי נגן בגימטריא שטות keine Antwort wußte. Es ist in der Tat nicht zu glauben, daß jemand ein Rätsel aufgeben sollte, dessen Lösung ihm selbst unbekannt ist. Wie kommt es aber, daß diese uns vorenthalten wird? Damit könnte es folgende Bewandtnis haben. Es wurde schon oben (Bemerkung 9) erwähnt, daß ed. P. in diesem ganzen Abschnitt überall da, wo ed. K. נגן hat, dafür חזן schreibt, und daß diese Lesart zweifellos die richtige ist. Abgesehen davon, daß פלטיאל בן עזן (S. 46) wohl auf חזן, aber nicht auf נגן reimt, worauf schon D. (das. Anm. 4) aufmerksam macht, ist es nicht wahrscheinlich, daß sich Ibn Zabara der ungebräuchlichen Form 3<|ן bedient hat, wo ihm der bekanntere Ausdruck מנגן (II Kön. 3, 15) und die landläufige Bezeichnung הזן zur Verfügung standen. Es ist auch eher anzunehmen, daß der Herausgeber der ed. K., um den ehrenwerten Stand der חזנים; die hier als größtenteils scheinheilige und heuchlerische Schurken geschildert werden, nicht zu verletzen, aus dem Vorbeter einen Musikanten gemacht hat, als daß umgekehrt irgend ein Abschreiber aus Haß gegen jenen Beruf den Spieimann in einen Kantor verwandelt hätte. Als nun der Freund der Synagogensänger zu der Stelle gelangte, wo פלטיאל בן עזן auf חזן reimt und jetzt auf נגן reimen mußte, konnte er sich leicht helfen, indem er den bösen פלטיאל aus eigener Machtvollkommenheit zum Sohne eines freilich nicht existierenden עגן machte. Als er aber vor dem Scherzrätsel stand und auch hier den חזן zum נגן degradiert hatte, da war guter Rat teuer, denn jetzt stimmte die Antwort nicht mehr. Daß die Lösung zutrifft, wenn man an die Stelle des ungewöhnlichen נגן das biblische מנגן setzt (s. oben Bemerk. 9), fiel ihm leider nicht ein. In dieser Verlegenheit kam ihm der schalkhafte Gedanke, die Antwort einfach zu unterdrücken, dem stets geneigten Leser es überlassend, sich den findigen Kopf zu zerbrechen. Es gibt ja Leute genug, für die es nichts Anziehenderes und Reizvolleres gibt, als Rätsel zu lösen.