Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Liebe, die Grundlage des hebräischen Gebetes
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
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148 Die Liebe, die Grundlage des hebräischen Gebetns. gegen lautet derselbeSatz am Schlüsse des Kapitels (v. 19) בי אתך אני גאום ה' להצילך► Man geht wohl nicht fehl mit der Vermutung, daß die Umstellung beabsichtigt ist, um die Rede mit einem volltönenden Worte zu beschließen. Wahrscheinlich sind aus demselben Grunde in der ersten Benediktion der Schemone-Eßre die Worte למעו שמו באהבה ans Ende gestellt, obwohl sie den Gesamtinhalt der Benediction begründen sollen. Nach dieser Richtigstellung darf man nun allerdings behaupten, daß das באהבה in der Benediktion vor dem Priestersegen an seinem Platze steht, aber dem Sinne nach gehört es zu וצרבו/ was in der deutschen Übersetzung, um ein Mißverständnis zu vermeiden, ausgedrückt sein muß. Aus diesen Aus״ führungen ergibt sich aber, daß die Schöpfer der Benediktion durch deren Fassung die Liebe Gottes zu Israel als die Quelle des Priestersegens bezeichnen und betonen wollten. Dies ist festzuhalten: auf die weitere Ausführung dieses Punktes komme ich noch zurück. Hier will ich nur noch bemerken, daß der hier nachgewiesenen richtigen Auffassung der Benediktion auch die Formulierung לברך את עמו ישראל entspricht, die den Worten בני ישראל in der biblischen Vorschrift כה תברכו את בני ישראל substituiert ist. »Gott segnet sein Volk Israel« klingt liebevoller als »Gott segnet die Kinder Israels«. 11. Ich muß hier aber den Fortgang mefner Untersuchung für einen Augenblick unterbrechen und auf meine obige Behauptung zurückkommen, daß das grammatikalisch unrichtige לעשות am Ende von IBM 2,3 tatsächlich nicht so, sondern bei Herüberziehung des Schluß■Mem von אלהים zu dem folgenden Worte מלעשות lautet und auch so gelesen wurde, wodurch ein noch vollerer Ausklang entsteht. Die Tatsache, daß häufig für die gleichlautenden Schluß- und Anfangsbuchstaben zweier unmittelbar aufeinander folgender Wörter nur ein Buchstabe verwendet wird, hat, wie mich mein Kollege, Herr Rabbiner Kramer, aufmerksam macht, B. Epstein in seinem ausgezeichneten Pentateuchkommentar תורת ה'תמימה zu IBM 14, 14 überzeugend nachgewiesen. Seine