Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Liebe, die Grundlage des hebräischen Gebetes
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Liebe, die Grundlage des hebräischen Gebetes. 147 bemerkt wurde, in den Benediktionen vor anderen religiösen Verrichtungen gar nicht vor. Man sagt על נטילת לולב;לישב בסוכה על אכילת פצה usw., ohne באהבה hinzuzufügen. So hätte es auch in der Benediktion vor dem Priestersegen schlechtweg heißen sollen לברך את עפו ישראל/ ohne Hinzufügung des Wortes באהבה. Diese Fassung würde dem biblischen Wortlaut כה תברכו את בני י שראל (IVBM 6, 23) entsprechen. Die Liebe ist also im Sinne der Übersetzungen an dieser Stelle nicht am Platze. Dieser Erkenntnis haben sich auch Abr. Gombiner und Mose Riwkes, die Verfasser des פ גן אברהם und באר הגולה zum Orach Chajjim, nicht verschlossen, ihre Bemühungen jedoch, das באהבה an dieser Stelle dennoch als berechtigt und begründet nachzuweisen, können wissenschaftlich nicht befriedigen. Ich unterlasse es daher ihre Meinungen anzuführen, und stelle dem Leser anheim, sich selbst darüber zu informieren. Die Sache liegt eben höchst einfach- Das Wort באהבה gehört nicht zu לברך את עפו; sondern zu וצונו und die einzig richtige, sinngemäße Übersetzung der Benediktion lautet demnach: »Gelobt seist du Gott usw., der uns in Liebe geboten hat, sein Volk Israel zu segnen.« Es reiht sich also diese Benediktion allen anderen insofern gleichartig an, als auch hier, wie überall, die מצוה kurz und einfach, ohne nähere Mo* dalität, bezeichnet wird. Daß man aber das באהבה nicht unmittel־ bar an וצונו; wozu es gehört, angeschlossen, sondern ans Ende der Benediktion gesetzt hat, entspricht der klassischen hebräischen Diktion, sodaß also auch von dieser Seite der frühe Ursprung des Segensspruchs bestätigt wird. Denn die klassische Diktion liebt es, ohne ein Mißverständnis befürchten zu müssen, bedeutsame Sätze, besonders Schlußsätze, mit einem volltönenden Ausklang zu versehen. So lautetderSchlußsatz von ויכלו (IBM. 2,1 ff.) nach der Diorthose, die ich bei einem russischen Autor gelesen habe, dessen Name mir leider entfallen ist, sinngemäß wie folgt .כי בו שבת נפ]לעשות כל פלאכתו אשר ברא אל הי ם Es ist aber פלעשות (eig. לעשות, worüber weiter unten) dem voll ausklingenden, emphatischen Schlüsse zu Liebe ans Ende des Satzes gestellt. In jirmeja 1, 8 findet sich der Satz כי אתך אני להצילך נאום ה׳. Da- 10*