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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 4 · p. Seite 146

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 4
Article
Die Liebe, die Grundlage des hebräischen Gebetes
Date
1915-01-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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146 Die Liebe, die Grundlage des hebräischen Gebetes. an denen, was ich in der folgenden Untersuchung zu tun beabsichtige, nachgewiesen werden kann, daß sje auf reiner Liebe, nämlich auf der Liebe Gottes zu Israel und der Liebe Israels zu Gott, aufgebaut sind. Wie der Rutengänger die im Erdinnern rieselnde Wasserader verspürt, so kann man an diesen ältesten, noch heute einen wichtigen Bestandteil des Gottesdienstes bildenden Gebeten den Herzschlag der jüdischen Religion belauschen. I. Der Priestersegen. Er ist das älteste, von der Tora für den öffentlichen Gottesdienst vorgeschriebene und im Wortlaut mitgeteilte Gebet (IVBM. 6,24 ff). Vielleicht ist das Sühnegebet des Hohenpriesters am Versöhnungstage ebenso alt, aber von dem in der Mischna angeführten Wortlaut geschieht in der Tora keinerlei Erwähnung. Man darf von der später entwickelten Organisation der Gebetandacht darauf zurückschließen, daß die von den Priestern vor Abhaltung des Segens zu sprechende Benediktion (Sota 39 a) ebenfalls alt und noch in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Institution entstanden ist. Die ausnahmsweise Fassung בקדושתו של אהרן statt des bei allen Benediktionen üblichen במצוותיו ist archaistisch. Ebenso das Schlußwort באהבה »in Liebe«, das hier ebenfalls ausnahmsweise gebraucht ist. Damit hat es aber seine eigentümliche Bewandtnis. Die deutschen Übersetzungen der Benediktion, die mir gerade zur Hand sind, wie die von Sachs, Mannheimer, Heidenheim — mit den anderen dürfte es sich ebenso verhalten —, geben nach den Eingangsworten »Gelobt seist du, Ewiger u. s. w.« den Schlußsatz וצונו לברך את עמו יש' באהבה mit den Worten wieder »der uns geboten hat, sein Volk Israel in Liebe (oder liebevoll) zu segnen«. Man kann sich aber nicht genug darüber wundern, daß diese Übersetzung ihren Urhebern aus den Federn geflossen ist. Kann man denn anders segnen, als in Liebe oder liebevoll? Wozu also dieser Pleonasmus? Abgesehen aber von der Ungehörigkeit oder Überflüssigkeit dieser näheren Bestimmung des מצוה -Aktes kommt eine solche, wie schon oben

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