Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 15
- Article
- Ein Brief R. Benjamin Cohen Vitali's in Reggio an R. Josua Heschel in Wilna aus dem jahre 1691
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 704 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829696-2829712-2842249--28283-2842290- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
704 Ein Brief R. Benjamin Cohen Vitaii’s in Reggio. klage laut worden konnte. In gedruckten Flugblättern flogt?מ di(‘ Zeugnisse des öffentlichen Schmerzes nach dem Brauche d(‘r Zeit durch das ganze Land. Aus dem Schoosse dm* Familie und der Schulerschaar liess R. Jesaja Bassano in wehklagenden Terzinen seine Leier ertönen1). .Mose Chajjim Luzzatto, der in denn Heimgegangenen den Meister seines Meisters beweinte, lieh der allgemeinen Trauer Töne, wie sie, in freier Anlehnung an sein grosses Vorbild, Juda 11a- Lewi, nur seine Muse fand. Abraham Gases, der Rabbiner von Mantua :l); legte in einem durch den Druck vervielfältigten Klagelied« ein Blatt der Anerkennung auf das frische Grab. Und »Jakob Daniel Uluio von Ferrara1), dessen ..Hand" ich in seinem Liede richtig zu erkennen glaube, wand in dein Lieblingsidiom der (ieheiiiilehre, in der Sprache der Engel und des Sohar, im gewandtesten Aramäisch einen Ruhmeskranz um die Schläfen des verblichenen Meisters3). So stand also Benjamin Cohen auf der Kanmihölic des Lebens, als er R. Josua Hesehel von Wilna sieh näherte. Wunderbar genug erfahren wir da von ihm, dass er, der gehorsame Adept R. Mose Zacut's, der treue Depositar aller Ucdiorlioferungen dm’ Kabbala in Leben und Lehre, in Bräuchen und Gebeten, seit Jahren die Meditationen R. Isaac Lurja's. jene Obertöne aus der Welt der Geheimnisse, die jeden Laut der Gebete in der Seele des Andächtigen mitschwingend begleiten sollen, heim Beten ausser Acht gelassen habe. Gestützt auf jenen Sendboten Palästina^ und seiner Geheimlehre, der unter den Juden Italiens wie ein Vorläuter und Verkünder Sabbathai Zewi’s erschienen war, jenes U. Nathan Spira, der 1667 in Reggio zu Grab(‘ kam6), hatte er wie beim Posaunenschall der Heilsverkündung alle Trauer, die Israel bis dahin ausgefüilt, und mit ihr auch die mystisch sehnsüchtige Klangfarbe der Gebete .abstreifen zu sollen vermeint. Ob er ihn selbst, halb noch ein Jüngling, kennen gelernt hatte oder die Verkündung nur der Ueberlicferung Anderer verdankte, es war ein Auflebsel messianischer Zeiten, ') Abgedruckt iu A. B. Piperno’s קול עוגב (Livorno 1846) p. 66 b —71 a. Q) Ib 2b—Ha. Piperno wusste nicht, dass er die Elegie auf H. Bonjamiu Cohen in seine Sammlung aufnahm. 3) Nach einer Angabe von der Hand Moso Soave's am Rande von Jicnjaxnin's Einladung für Zacnfc in dessen Diwan f. 72 b. 4) Vgl. Kaufmann, Dr. Israel Conegliano p. 101, n. $ s\ Einblattdruck meiner Sammlung. M. Mortara, מזכרת מכסי איטאליא p. 63, n. 2.