Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 15
- Article
- Zum Freundschaftsepigramm Juda Halewi's an Salomo Ibn Almuallim
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 698 (sequence 3)
- Language
- German
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698 Zum Froundscliaftsepigramm .huiu Halewi’s. In dom in der ft genannten Epigramm singt, .Iclmda ha-Eowi: לילוחי שמיליש et:’ח יבער רזדיי דמעי לשון! Die letzten Worte vocalisirt Ilarkavy1): מעי לשון“. Da diese N ocalisation einer Erklärung dringend bedürftig ist. Ilarkavy aber ein»‘ solch(1, nicht bietet, ist. man berechtigt anzimelmieu. dass liier ein Druckfehler vorlirgt. Icli habe1׳־), entsprechend der Auffassung, di♦‘ im Folgenden dargclegt werden S..1L מעי לשין" vocalisirt.!11 seinem Aufsätze über unser Gedicht1) meint nun Kaufmann, dass üher die Schwierigkeiten dies♦.1« Verses ..auch die Handreichungen der Yocalisation“ nicht hinweg helfen. Demi oh wir mit Jlarkavv’s Ausgabe ״מעי ישל oder mir Brody;״מעי לשי lesen, so giebt doch weder die Eebersetzung: Thräncn der Zun׳׳♦‘ noch die: meine Tliräne als Zunge oder Sprache. einen annehmharen oder vollends befriedigenden Sinn״. Die ganze fraglich(‘ Zeile ..in der Gestalt, in der sie überliefert ist und weiter von Ausgabe zu Ausgabe sich fortzuerben droht“, erscheint K. wie. (*in ..unbändiger Renner*־, den Jelmda llaievi ״auf dm־ Wildhahn laufen lässt“. In der ihm eigenen geistreichen Weise emendirt nun K. das durch Handschriften und Drucke gesicherte חלף in לדזיי. fasst ״מעי לשו־ als eine Genitiv-Einstellung aut und erklärt: ..In qualvoll bangen Nächten betrifft־ sich der Dichter darauf, wie da, wo er die Wangen, wo er sein Angesicht zu fühlen meime, ein Meer von Thräncn fhithet. die. der selmend(* Ge־ danke an den Freund ihm abgepresst hat“. ״Ob um ihn gewacht ich Nächte, Auf den Wangen Thränen wogen,“ so übersetzt K. den ganzen Vers. Wahrlich, ein herrlicher Gedanke, eines grossen Dichters würdig — einer der ״vielen schönen Gedanken“, die den alten Dichtern, unter ihnen auch Jehuda ha-Levi, ״fremd geblieben“ sind! Was der Dichter, meines Erachtens, sagen wollte, ist, in’s Prosaische übertragen: .Den Trennungsschinerz (חליי Hobel. 2,5) bekundet die Thränc meiner Augen, sie ist ein sprechender Zeuge für den Schmerz den die Trennung von ihm mir verursacht. l> ר יהודה הלוי (<*d. Achiosaf) 1, 12u. 1) Diwan I, 68. ף Oben S. 612 ff.