Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 15
- Article
- Zum Freundschaftsepigramm Juda Halewi's an Salomo Ibn Almuallim
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 697 (sequence 2)
- Language
- German
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Zum FrciiiHlsuhufteepigramm Juda Halewi's. 697 ihrem Stile abweiehcn wellten. Jede Idee, jedes Bild, jede 1 Redewendung, einmal in den Muallakat oder der Hamasa gebraucht-, war ilmen heilig und dürft!‘ in den poetischen Kr- Zeugnissen der Spätem nicht fehlen. ,*Die überschwängliche Bewunderung*1, sagt v. Schark '), ..welche diesen Gedichten in Andalusien gezollt ward!‘, die Fluth von Nachahmungen, welche sie hervorriefen, veranlasst«*!!<י den Anthologen Ihn Bessam zu der unmutig spottenden Äusserung, die ewig(‘ Wiederholung des schon so oft gesagten sei langweilig1'. .Der genannte arabische Schriftsteller macht darauf aufmerksam, dass ..jenen alten Dichtern viele, se 11611«.*־ G«'danken fremd geblieben seien, sie hätten den Spätem noch manch!‘, von ihnen nicht behandelte Stoffe übrig gelassen'*1. Wie vieles Andere, haben die hebräischen .Dichter dm• spanisch-arabischen Periode auch dies(" Verehrung des Alten in der Poesie von d«m Arabern übernommen. Hat einmal «'in Gedanke in dies«*, Literatur ■Eingang gefunden, so wurden dir Dichter nicht müde, ihn in den verschiedensten Variationen zu wiederholen. Die ״Trümmer der Wohnung OhauhPs“־ spielen auch in der hebräischen Poesie «*ine recht respecfable Holle, nicht minder die ..dunklen Locken11 und das ״hellstrahlende Antlitz'1, die״ ׳Tag und Abend machen1‘ ־). Das mag manchmal langweilig sein. Aber auch «lieser Umstand hat neben den Schattenseiten seine. Lichtseiten. Wir leben unter anderem Himmelstrieh, sprechen eine andere Sprache und sind Kinder einer andern Gultur. Unser Ideengang ist verschieden von demjenigen unserer alt«m (Klassiker. Wie nahe liegt doch die (Jefahr, «lass wir dort, wo ihn*■ (Jedanken unserem Ermessen nicht hoch genug oder nicht ti«*i genug scheinen, durch eine kleine Aenderung in ihn* Wort!* eine jener ״vielen schönen Gedanken11 hineintragen, die ..ihnen fremd geblieben“ sind, die sie den Spätem zur Behandlung ..übrig gelassen“ haben! In bester Absicht natürlich, aus lauter Verehrung — und doch dürfen wir unsere Dichter nicht besser machen, als sie waren! Vor diesem Fehltritt kann uns nur die Heranziehung einer Anzahl von Parallelstellen bewahren, aus denen wir die Ueberzeugung gewinnen, dass nun einmal ein unseren! Geschmacke weniger entspreehender Gedanke unsern Grossen unterlaufen ist. ') Poesie und Kunst der Araber [, DO. '*) Vergl. Kgers in Gräta Jubelöchrift S, 120 tf.