Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 15
- Article
- Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in der talmudischen Zeit
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 678 (sequence 6)
- Language
- German
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78 Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden. von Elementarschulen, nicht die der Hoohschuleri für Schüler und Jünger der Thora und der überlieferten Lehren reiferen Alters, ins Auge gefasst Naturgemäss ist auch hier nicht der Platz, auf die Pädagogik und Methodik in den Schulen jener Zeit näher tdiizugehen 1). 3. A1 m o s e n p fl e g eJ). Die Unterstützung der Armen, welche nach biblischer‘) Vorschrift auf das Genaueste geregelt ist1), war inshesondere nach dem Verluste der politischen Selbständigkeit im öffentlichen Geineindclehcn ein so bedeutender Faktor geworden, dass die. Gemeinde sic in den Bereich ihrer Vorwaltung hinübernehmen musste, während nach der Bibel nur der Einzelperson die Armengcsetze als PrivatpHieht oblagen1־). Uebrigens hatte auch jetzt neben der öffentlichen natürlich auch die private Wohlthätigkeit den freiesten Spielraum. Zur Ausübung der Armenpflege wurde eine Kommission, ׳'גבאי צרקה) genannt, eingesetzt. Diese waren gewöhnlich Mitglieder der Gemeindeverwaltung und werden daher zuweilen auch 1פי־גסים■) genannt. auf Lehrer au Hochschulen. — Vgl. Levysohn ״Einiges über die hebräischen u. aramäischen Bezeichnungen für ״Schule,“ ״Schüler“ und ״Lehrer״ in dieser Monatsschrift 1858, S. 384 ff. ’*) Vgl. fihrmann ״Beiträge zur Geschichte der »Schule 1.1 und Kultur hei den .luden“ Trag 184b; S. Markus ״Zur Schulpädagogik im Talmud״ Berlin 186B-, E. van Gelder ״Die Volksschule des klassischen Altertums“ Berlin 1872; Jos. Simon ״I/cducation et l'instruction des enfants chez k»s anciens juifs“ II• Autl. Paris‘1873; Strassburger ״Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten״, Stuttgart 1885; Beer ״Die neue jüdische Litteratur und ihre Bedeutung“, diese Mtsselmft. 1854, S. 25ff., S. 240-250. 0 Vgl. das Ausführliche in ״Die Almosenvorwaltung der jüdischen Ortsgemeinden im talmudischen Zeitalter״ vom Verfasser, in der Israelitischen Monatsschrift (Beil. z. Jüd. Presse) 1803, Nr. 1 mit 5 Fortsetzungen. 8) Vgl. hierüber: D. Cassel ״Die Armen-Verwaltung im alten Israel.“ Berlin 1887. *) Wie z. B. die Vorschriften über die Nachlese, das Stehenlassen der Ecken u. s. w. ft) גבאים wörtlich ״Erheber,“ später verallgemeinert ״Verwalter“, daher sogar oft auch auf die Almosenverteilor angewendet; letztere werden im Gegensatz zu den Erhebern (גבאי צד׳) auch מח^נ-י צדקה genannt. Schabbath 118b; צדקה ursprünglich allgemein ״Gerechtigkeit, Edelsinn״, später ״Wohlthätigkeit, Almosen.“ 6; Dies geht klar aus dem Zusammenhang hervor aus Jer. Pea VIII, 6ן das. Schekalim V, 4 Auf. (48a unten) und Tos. S. 224, Z. 18.