Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 15
- Article
- Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in der talmudischen Zeit
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 677 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Organisation der jüdischen Ortsgemoinden. 677 zwang; herrschte srlion von1 religiösem Standpunkt aus1). Der Vater musste sein Kind, wenn er es nicht selbst unterrichtete, einem Lehrer übergeben־). Aut* die» Mutter erstreckte sieh diese Verpflichtung nicht:{): für vaterlose Knaben scheint di(‘ Gemeinde eingetreten zu sein1). Auf die Mädchen erstreckte sieh der Sehulzwang nicht־'’). Die Schulpflichtigkeit begann mit denn zurüekgelegten 6., und wenn der Knabe sei!wach war, mit dem zurüekgelegten 7.יי) Lebensjahre. Das Ende der Schulzeit war nicht bestimmt. Vieh‘ Lehrer unterrichteten in ihrer Privatwohnung7). Doch hatten die meisten (ienieinde.n ihr eigenes Schulhaus v). Dies scheint gewöhnlich mit der Synagoge vereinigt gewesen zu sein9). Lehrhaus und Gotteshaus waren den Lehrern und Schülern zum freiesten unentgeltlichen Gebrauch üborlassen 10). Der Lehrstaud genoss ein grosses Ansehen11). Besonders den Schülern war Ehrfurcht den Lehrern gegenüber zur Pflicht gemacht ' ־). Als die gebräuchlichsten Bezeichnungen für ״Elementar- Ich rer*‘ sind zu nennen (,*:גלצד■ ד4יגדקד־^:1)?טקרי יגי־קא,1) בקי־ י דרדקי היכרי*1) ,£לפגאדז). Wir haben in obigem mir die Verwaltung 1) Deut. VI, 7: XI, B>; baba bathra 21a. ר־ Daba b. das.; Xcdarim 37 u: Kiddusehiu 20b. ־‘) 'Kiddlisch in das. l) Baba bathra das.; dosua 1». Gamla richtete in allen Gemeinden Schulen ein. damit auch Sohne, deren Vater nicht mehr lebte, Unterricht bekommen konnten. •"’) Kiclduschin das.: ״Diu Frau gehört hinter die Spindel“ sagt K*. Fliese!־, die Häuslichkeit ist ihre Wissenschaft אין ח: מה ראשוה איא בפרך Joma (>ßb; .1er. Sota II1, 4 (l«)a). G) Baba bathra 21a; s. auch Abot 11 V, 24. ד) Baba bathra 21a/h; 22a. ביר. המדרע ף Megilla 27 a oben und oft.;') Oiltin 58a: Jer. Megilla III, 3 Ende (74a). Daher wird sogar oinigo Male das Scliulhaus mit .ביר. ד.::שד oder בי כגישתא bezeichnet. Gittin 58a; Baba bathra 21a 10) -Jer. .Megilla HL 3 Ende (74a); s. auch oben S..603־־ יי) Auch die Tochter eines Lehrers zur Gattin zu bekommen, galt als besondere Ehre. Bessaehim 41) b oben. ,ף Sie sollten den Lehrer womöglich n!>ch mehr ehren als die Eltern, denn diese geben ihnen nur das diesseitige Leben, jene aber eröffnen ihnen das jenseitige. Baba mezia II, 11; Horajoth 13a. u) Sanhedrin 17b; Baba bathra lla/b. u) Baba bathra 21b, 1S) Das. und öfter. 1״) Das.; an dieser »Stelle ist der סופר dam מקרי דרדקי gegonübergGstellt; vgl, hierzu Tossafoth 21a Stw. בספר מתא; s. auch Jer. Megilla 75b. 1,J Jebamoth 21 b; andere diesbezügliche Bezeichnungen beziehen sich