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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 15 · p. Seite 675

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 15
Article
Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in der talmudischen Zeit
Date
1897-01-01
Page
Seite 675 (sequence 3)
Language
German
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675 Die Organisation der jüdischen Ortsgomoinden. 2. Organisation der Schule.1) Seit der umfassenden Reorganisation des Schulwesens durch Simon 1>. Scliotach ־) und Josua b. Gamla:{) besass jede Gemeinde mit guter Verwaltung ihre eigene Schale1־), zunächst und in erster Linie allerdings für das Thorastudium, dann aber auch für elementare Kenntnisse!), Die Patriarchen überwachten durch ausgesaiulteVertreter den Stand der Schulen im Lande5). Der Lehrer wurde zwar von der Gemeinde fest angestellt*1), doch war in gewissem Sinuc seine Stellung privater Natur7). Er bezog nämlich kein festes Gehalt von der Gemeinde, musste sieh vielmehr von den Vätern der von ihm unter־ richteten Kinder honorieren lassen. Dieser Entgelt war gewiss nicht gross; von manchen Lehrern wird auch erzählt, sie hiitten die Kinder armer Eltern unentgeltlich unterrichtet*). Daher war die Gemeinde verpflichtet, ärmeren Lehrern einen Zuschuss zu gewähren, der mit ״ (’*יציקהUnterstützung^ he־ zeichnet wird lu). Vor dem vierzigsten Lebensjahre sollte kein Lehrer angestcllt w erden, da ein Menseh bis dahin noch kein י) Ausführliches s. auch im Israelit, Jahrg, 1891, Piuiagog. Beilage Nr. (I u. 8, Schluss Jahrg. 90. ״Die Organisation des Jugendunterrichtes im talimulischcn Zeitalter“ vom Verfasser. ף B. bathra 21a. :t) Jer. Kothubbotli 32 c obon (VIIT, 11). . 4) Ein Schriftgelehrter soll nicht an einem Orte ohne Elemontarlohrer wohnen Sanhedrin 17b. ־*) Besonders auf Mathematik u. Astronomie wurde Wort gelegt wogen ihrer Verwendbarkeit für die Kalenderberechnung Schabbath 75־ a. 6) So wird erzählt,einst habe ein Patriarch zu diesem Zwecke drei Amonier ausgeschiekt. Diese liesson sich in einem Orte die Beschützer der Stadt vorstelleii. Man brachte die bewaffnete Polizei, Da sprachen sie: ״Nicht die Beschützer, sondern die Zerstörer des 01 tos sind diese, die wahren Beschützer sind die Lehrer.“ Jer. Chagiga I, 7 (76c). c) Baba b. 21a. ד) Nedarim IV, 3; Kiddusckin 29 b. M) Taanith 24a unten. 9) Jer. Pea VIII, 6 (21a). - 10) Man muss berücksichtigen, dass die Lehrer fast nur allein auf die hi. Schrift ihren Unterricht richteten, und hierfür einen Entgelt zu nehmen, war religiongesetzlich verboten. אל תעשה קרדום לחפר בה Mache sie nicht zum Spaten,־ um damit zu graben. Aboth IV, 7. — Allerdings durfte er sich für den Zeitverlust שבר גטילן Jer. Nedarim IV, 3 (38 c), oder die Mühe der Beaufsichtigung (שכר שימור) Nedarim 37a oder endlich für die Unterweisung in der richtigen Auffassung der durch die Accente gekennzeichneten Sinnabschnitte der hl. Schrift שכר פיסוק טעמים Nedarim 37 a bezahlen lassen, vgl. hierüber Ackermann ״das henneneutische Element der biblischen Accentuat!onM Berlin 1893, S. 18 ff. 43♦

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