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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 14 · p. Seite 659

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 14
Article
Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in der talmudischen Zeit
Date
1897-01-01
Page
Seite 659 (sequence 21)
Language
German
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Dio Organisation der jüdischen Ortsgemoinden. 659 (1חזן הכגסח der Syniigogenautselier &7r/)peTY)£ע) oder in griechischer Trans״ scription <i£avsTY)g;* *)♦ 1חז °bne Zusatz heisst ״Diener“, ״Aufseher“ ganz allgemein, und es wiire verkehrt, wenn man unter jedem חזן einen Synagogendiener verstehen wollte; auch andere in irgend einem Dienstverhültniss stehende Personen werden mit dem Namen חזן, gewöhnlich mit einem entsprechenden erklärenden Zusatz versehen, belegt4). Der Synagogendiener (הזן) hatte in der Synagoge die Aufträge des Synagogenvorstehers auszuführen. Er hatte die Thorarolle herbeizutragen und zurückzubringen 5), hatte ferner dafür zu sorgen, dass einer der anwesenden Synagogenbesuelier das Vorbeteramt übernehme *י). ZurZeit des Tempels batte er die Gemeinde an den Wallfahrtsfesten nach JeruapX1<juva7MY0; zu verstehen. S. Koinach a. a. O. J denn Frauen haben nie ein Amt in einer jüdischen Gemeinde verwaltet, am wenigsten ein Synagogen- Amt. *) Hierher gehörige Stellen Joma VTJ, 1; Sota VII, 7; Semachoth XIII Ende; Kidduschin 51 lg Jer. Berachoth fi a; Tos., S. 198, Z. 23; S. 227, Z. 11—13 und öfter. Dass חזן in talmudischer Zeit nicht — wie heutzutage — Vorbeter bedeutete,, ist jetzt allseitig anerkannt.* Was die Bildung des Wortes betrifft, so sind seit langer Zeit zwei Ansichten vorherrschend. Die einen leiten es vom arabischen חאזן ab, s auch Rhenford ״de docem Otiosis“ § 70; Perles, Etymologische Studien S. 173 f.; die andere, sehr ansprechende Ansicht leitet, es ab von ״ חזהnachsohen“ {also ״Aufseher“) nach Lippmann Hellers (Noten zu Joma VII, 1) Vorgang. ף Auf einem Grabsteine; s. auch Epiphanius ״Contra haereses“ XXX, 11; Schürer ״Gemeindeverfassung“, S. 28 f. _ a) Ephiphanius das. *) So hiess der Tempeldiener חזן Sukka IV, 4 Tamid V, 3; ferner der Gerichts! tüttel, der die vom Gerichtshof verhängten körperlichen Strafen zu vollziehen und andere Befehle des Gerichtshofes auszufiihron hatte. Sanhedrin 17 b Ende; Tos., S. 444, Z. 29; Makkuth23a Mitte; ja diese Gerichtsdiener heissen an verschiedenen Steilen sogar הזגי הכנסה (über ״ כנסתGerichts- Versammlung“ s. Levy s. v. כגסת) die durchaus nicht mit dem ״Synagogendiener“ zu identificiren sind; vgl. Makkoth HI, 12; Jer. Sanhedrin 23a oben. An anderer Stelle heisst dieser Gerichtsdiener שליח בית דין (Abgesandter des Gerichtes) Tos. S. 328, Z.!oder auch einfach ״ שמשDiener“ Jer. Sanhedrin 19c; Tos. Sanhedrin 419, Z. 33 heissen sie שוטרי הדייגין. An anderer Stelle wird auch der Nachtwächter mit חדן מתא bezeichnet Baba mezia 93 b oben; dass schliesslich ein Kinde rieh rer mit חזן bezeichnet wird (Schabbath 1, 3) zeigt uns die unbegrenzte Allgemeinheit der vox modia חזן am klarsten; in Kethubboth 8ü unten werden mehrere Diener der Gernefnde חזגי העיר erwähnt vgl. noch Schürer II, S. 368. 6) Joma VII, 1; Sota VII, 7; Jer. Megiila V, 5, 175 b unten; Sota VII Ende (22 a). Er hat auch die Thorarollen nach ihrer Benutzung zu- 8aminenzurollen das. •) Jer. Beraeholh 9 egegen Ende (V, 4). 42*

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