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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 14 · p. Seite 655

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 14
Article
Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in der talmudischen Zeit
Date
1897-01-01
Page
Seite 655 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden. 655 Gotteshauses1), sowie durch die Anschaffung der zum Gottesdienst erforderlichen Gegenstände und durch die Anstellung der zu besoldenden Beamten entstanden, können wir sie eine ״S ynago gengemeinde“ nennen. Dem Umlang nach deckte sieh die Synagogengemeinde im All- Allgemeinen genau mit der bürgerlichen Ortsgemeinde, daher wir denn auch die Bewohner eines Ortes oft -mit בגי העיר bezeichnet finden, wenn sie selbst nur in der Eigenschaft als Glieder einer ״ Synagogengemeinde M' bezeichnet werden2 *). Jeder in einem Orte Ansässige galt als Mitglied der Syna״ gogengemeinde in Bezug auf Hechte und Pflichten1). Zur Bildung einer Synagogengemeinde waren mindestens zehn Mit״ glieder erforderlich, weil zur Abhaltung eines Gottesdienstes mindestens zehn Personen nötig sind4)'. Die Leitung der Synagogengemeinde nach der geschäftlichen Seite hin lag in der Hand des Vorstandes der politischen Gemeinde5), da die Synagogenverwaltung nur ein Zweig der allgemeinen Gemeindeverwaltung war. Doch ist anzunehmen, dass aus der Mitte der Gemeindeverwaltung eine besondere Commission für synagogale Angelegenheiten ernannt wurde, wie dies auch bei anderen Verwaltungszwcigen der Fall war, wie z. ß. bei der Almosenvcnvaltung6). Als sieh, so wird erzählt7), einst um ein vacantes Gemeindeamt zwei Personen bewarben, wusste K. Joset, an den sie sich wandten, beiden zu genügen, indem er den einen mit der Leitung bürgerlicher Angelegenheiten8) betraute, den anderen mit der Leitung religiöser Geschäfte9). Jede Synagogengemeinde gruppierte sich um eine Synagoge, d. i. ein Gotteshaus, in welchem zu bestimmten Zeiten in ritu־ 0 Gewöhnlich auf einer Anhöhe Schabbath Ha oben, Tos, S. 227, Z. 16; meist ausserhalb des Ortes, 8. ״die Synagogen in der Talinudzeit“ neue Folge von Aufsätzen in Kahmers Litteraturbiatt 1884, No. 20 ff. 2) Tos. B. mez. XI S. 306, Z. 29 ff; זה לגגות להם ah בופין בג\ הקיר זה גיח הכנסת ולקנות להם ספר תורה . . ., ferner MegiUa Hl Anfang. י־; S weiter. ף Megilla IV 3. 6) Megilla 26 a/b In der Hand der שבעה הובי •העיר d. h. der ganzen Gemeinde lag die Entscheidung über An- und Verkauf der Synagoge u. anderer heiliger Gegenstände. ö) S. weiter unten. י) Kiddusohin 76 b. •) מילי דסתא ^Angelegenheiten des Ortes“, ״ .מילי דשמיא לAngelegenheiten des Himmels“.

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