Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 14
- Article
- Die hebräischen Traditionen in den Werken des Hieronymus
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 629 (sequence 5)
- Language
- German
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Die* hebräischen Traditionen in den Werken des Hieronymus. f}29 Prov. HO, 24—32 genannten Thiernanum timt (efr. Jalkut z. St ). Die Quelle all dieser apokalyptischen Deutungen ist bekanntlich das Buch Daniel, zu dem Abarbanel einen besondern Commentar מעיגי ישועה geschrieben hat, in welchem er neben andern niessinnischen Weissagungen auch auf diese JoiTschen zurüekkommt und hiernach die Weltgeschichte construirt 6. I. 6. בי גוי עלה על אישי. Während El. eben erst die symbolische Deutung de!• Heuschreckenplage als die eigentlieh(*, ,.hebräische Interpretation“ bezeichnet hat, schreibt er nun: ״JudaeL putant, in diebus Joel tarn innumerabilcm locustanmi super Judaeam venisse inultitudinein, ut cuncta compleront etc “ Man braucht aber deshalb nicht anzunehmen, dass zwei verschiedene, einander widersprechende u. aussehliessende Erklärungen bei den Juden existirten, sondern vielmehr, dass die symbolische Deutung den Litteralsinn durchaus nicht verdrängen wollte, sondern neben ihm herging, sieh auf ihm aufbaute, nach dem alten Interpretationsgrundsätze אין המקרא יוצא מידי פשומו, der einfache Wortsinn bildet die Grundlage, והדרשה הדרוש daneben ist die Deutung (typisch, symbolisch, allegorisch) freigestellt. — An dem Wortsinn, auf den schon der Talmud (Thaanit 5,1) א״ר יח־זגן בימי יואל גהקייס מקרא זה liinweist, halten auch die «Titern jüd. Exegeten (Kaschi, Ihn Esra, Kimchi) fest. Hieron. nimmt eine schwankende Stellung ein; er meint, wenn zu Joels Zeiten eine grosse Ileustüireckenphige stattgefunden hätte, 90 hätten die historischen Bücher (Rcguin et Paralipomenoii) darüber etwas berichtet, wie über die 3!/2jährige Hungersnoth zur Zeit Elijah’s. Quod utique si fuisset, quomodo famein sab Elia triumamiorum et sex mensuim legimus, nunquam Seriptura taeuisset, Dieses Schweigen der h. Schrift veranlasst ihn zu der Erklärung: quod sub inetaphora locustarum hostium describatur adventus, und zwar etwas abweichenrl von der (sub 5) mitgetheilten Deutung auf säinmt liehe vier Weltmonarchien, meint er nun, dass der Prophet .entweder die Assyrer u. Babylonier, deren Einfall zur Zeit Joels dem jüd. Reiche drohte, oder die späteren Meder u. Perser, oder die noch späteren Macedonier, oder gar zuletzt die Römer (sive Assyrionum et Babyloniorum, qui tune imminehant, sive Medorum atque Persarum, qui post futuri erant, sive Macedonum, quos multo tempore post fuisse cognovimus, sive ultimo Romanorum) im Auge gehabt habe. Er ent-