Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 13
- Article
- Das Freundschaftsepigramm Juda Halewi's an Salomo Ibn Almuallim
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 615 (sequence 4)
- Language
- German
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Das [׳'riniiiilscliaftscpigniium Juda Halewi’8. 615 zu erinnern, um auch die.se scheinbare Unebenheit hinwegzurämnen. לשרן bedeutet nach Jos. 15, 2 auch in absolutem Gebrauche die Meercszunge, das Meer. Noch Salomo b. Masaltobו) in (Jonst-antinopel hat 15)18 seinem Lobgedichte auf Isak Abuab’s נהר פישון das Wort in dieser Bedeutung gebraucht, wie der folgende Vierzeiler aus den zwanzig Zeilen seines Gedichtes beweist: כל האפיקים ממקור שכלו מלאו וגאיות רכל לשרץ מימיו וכל רב יערב שיחו בערוך לפיה‘ מענה לשרן Von einem Thrüncnmeer spricht also .Inda llalewi mit einer in der ganzen hebräischen mittelalterlichen Poesie er־ blühten und vielgebrauchten Inversion oder Genitiv-Um־ Stellung ־), von einem Moor von Thränen, das der Freund an die Stelle seines Antlitzes hingezaubert hat. In qualvoll bangen Nächten betrifft, sich der Dichte]’ darauf, wie da, wo er die Wangen, wo er sein Angesicht zu fühlen meinte, ein Mein• von Thränen tluthet, die der sehnende Gedanke an den Freund ihm abgepresst hat'1). So ist es derselbe geliebte Schadenstifter, der nicht schärfer und schneidender mit sparenden Worten gekennzeichnet worden konnte, als dass er die Nächte zu ׳ragen und die Wangen in ein Strombett der Thränen wandelt. Aber es denke nur Niemand, dass es die; Kntfernung des Freundes ist, die diesen Kaub der Nachtruhe veranlasst Daran kann auch dessen Nähe Nichts ändern. Der Schlummer flieht die Augen des Dichters, weil die Liebe ihn um den Schlaf bringt. Darum bleibt Nähe und Ferne, Anwesenheit und Abwesenheit in der Wirkung sich gleich. Ob ersten*., ob letztere, sagt mit einer dem biblischen Sprachgebrauch l * *) sich trefflich unpassenden Knappheit und Gewandtheit der Dichter, es ist kein Unterschied. Denn, so fährt er mit einer Salomo Ibn Gabirol abgelauschten Wendung des Gedankens5) fort, bin ich arm durch seine Entfernung, dann *) Xunz, Literaturgeschichte p. 032 f. 2) Vgl. ib. 642 f. h .אטב;•ה ביש דמ;יד sagt- .luda Halewi auch in dom Gedichte תן ריחך an Mo.se Ihn Ksni (cd. Achiasaf p. 92) wie er ib. גחל הבכי und גהר בגי und p: 25 פלגי דמעיו כשלגי יאורים gebraucht. J) Vgl. Jer. oO, 17, Hag10 ,2 .׳, Ruth 3, 10 und die Bemerkung von M. Sträschun in Fnnn’s 4° הברמל I, 387 n. 5) שירי שלמד. ,8 בלי גודך אגי עבד לימים ובגדודך אגי עבד עברים ed. Duke« p. 39, Ne. 26 und 4° הכרמל H, 135 f.