Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 13
- Article
- Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in der talmudischen Zeit
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 590 (sequence 3)
- Language
- German
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Oie Organisation der jüdischen Ortsgoineinden. 590 massige Ausdruck des gesummten Landes und schreibt diesem den Inhalt seiner Lobensbethätigung vor')“. Das Gemeindewesen der Hauptstadt selbst war in allen seinen Zweigen ganz vorzüglich geregelt, und dies um so mehr, als die Stadt als heiliges Nationalgut alh*r .luden betrachtet wurde'2). Dabei* wurden denn aueli die Yerwahungskosten der jerusalcmitischeu Gemeinde aus dem Nationalvermögen bestritten, wenn wir das Geld, das au bestimmten Tagen des Jahres aus allen Landern in den Tempel gebracht wurde, so hezeielmen dürtV*n:i). Aus demsell>e11 Grunde!)rauchten die, welche an den hohen Wallfahrtsfesten nach .Jerusalem zogen, während der ganzen Dauer ihres Aufenthaltes kein Logisgeld zu zahlen, da alles, was sich innerhalb der Mauern von Jerusalem befand, gemeinsamer Lositz aller .luden war‘). Besonders gut organisirt waren schon frühzeitig die Schulen in Jerusalem, während in den anderen palästinensischen Gemeinden für den Unterricht schlecht gesorgt war׳’־). Leberbaupt galten für Jerusalem eine Leihe von religiösen Be- Stimmungen, die, weil sie der Heiligkeit der Stadt entsprangen, für keinen anderen Ort des Landes bestanden‘1). Die Verwaltung der übrigen Gemeinden des jüdischen Stammlandos war sehr primitiv7); erst am Lude des zweitem jüdischen Staatslehens traten Männer auf, die sieh die Organisation der palästinensischen Gemeinden zur Lebensauf*• gäbe machten, wie Josua ben Gamla, der das gesummte jüdische Schulwesen 1*iner durchgreifenden ]Reorganisation unterwarfs). Allerdings worden aueli schon auf Esni eine Reihe von Bestimmungen zurückgeführt, die für die innere Gestaltung der palästinensischen Gemeinden von dauerndem Einfluss waren9). I. Die politische Stellung der Ortsgcmeinden. Mit der Einäscherung des Tempels hatte Judiia, das *) Kuh 11 das., über ״Jerusalem“. *) Vgl. Lipmann Hellers Note zu Xedarim V, 5. ף SeheUalini IV. 2; Kidduschin 54a; vgl. auch antk XIV, 72. 4) Mogilla 26 a unten. ף Baba bathra 21 a. In Jerusalem sollen zur Zeit seiner Blüte 394 Schulen bestanden haben. ft) Baba kanima 82 b. ד) Vgl. Kuhn a. a. 0. Bd. II, S. 344; S. 338 tf. י) Baba bathra 21 a; vgl. weiter unten. 9) Baba kamma 82 a; vgl. weiter S. 509.