Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 13
- Article
- Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in der talmudischen Zeit
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 589 (sequence 2)
- Language
- German
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Dio Organisation der jüdischen Ortsgomoindcu. 589 nisation und den weitgehendsten politischen Privilegien1). In Rom, wie! auch in anderen italienischen Städten bildeten sich frühzeitig jüdische Religionsgemeimlen, die besonders in Rom unter den schützenden Privilegien des Reiches in hoher Plüte standen־), ferner in Salamis•1 *), Korinth4 *), Athen•״), I)elosh) und in vielen anderen Orten Europas. Audi in Kleinasien bildeten die Juden am Schlüsse des zweiten Staatslebens zahlreiche Gemeinschaften, so in Antiochien (in Pisidien7 *)), in Ikoniu1ns), Smyrna 9 * * * *), Ephesus'״), sowie in zahlre.ichen anderen Städten1 ). Im jüdischen Mutterlande seihst waren alh‘ Ortschatten noch ganz oder doch in ganz überwiegendem Maasse von Juden bewohnt und demgemäss aueh von Juden verwaltet; die jüdischen Gemeinden in Palästina waren daher im Gegensatz zu denen in der Diaspora politische. Ortsgemeinden, nicht Synagogengemeinden im ausschliesslichen Sinne. Doch war die Organisation der Gemeinden nicht gleichmässig streng in allen Orten des heiligen Lande.» durchgeführt. Das ganze judäisehe Land bildete gleichsam eine einzige grosse Gemeinde, deren Oberleitung sich in Jerusalem befand. Hier waren dio obersten religiösen1־), richterlichen1 ־) und polizeilichen1:1) Pehördon vereinigt, von hier aus wurde von jüdischen und römischen Machthabern die politische Leitung aller palästinensischen Gemeinden besorgt. Die Magistratspersonen in Jerusalem betrieben die Einsammlung der von den Römern auferlegten Steuern aus allen ()rtschaften des Landes14). ״Jerusalem ist gleichsam der Verfassung«- ’) Schürer, ״Geschichte des Jüdischen Volkes im Zeitalter J. Chr.“ II2, S. 4M ff. *)Vgl Schürer, ,.Die Gemeindeverfassung der Juden in Rom in der Kaiserzeit“ Leipzig 1879. Eine der ältesten jüdischen Gemeinden Italiens war die in Puteoli, das. S. 5). :!) Apostelgeschichte XIII, 5. 4) Das. XVIII 1—4; Schürer, ״Geschichte d. jiid. Volkes״ S. 004. ♦ &) Apg, XVII lf> — 17. e) Schürer das. Dasselbe gilt fast von allen übrigen Inseln des griechischen Archipelagus und des Mittelmeeres, das. Note 50 u. öl. 7) Apg. XIII, 14. ד Das. XIV, 1. ״) Monimson, ״Römische Geschichte“ Bd V, S. 448ff. מי) -Apg. XVIII, 19 und sonst. n) Schenkel, ״Bibellexikon“ und Kiehm ״Bibelhandbuch“ s. v, Synagogen“. vi) Taauith 111, (>; Sanhedrin 88 b. 1a) Vgl. Sidon, ״Eine Magistratur in Jerusalem“ im ״Magazin für die Wissenschaft des Judenthums“, Jahrgang 17 (1890), S. 198 ff. w) J°s* hell. jud. il 171. Kuhn, ״Die städtische und bürgerliche V«r״ fassung des römischen Reiches״. Leipzig 1864—65. Bd. II, S. 344.