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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1897-01-01 · Heft 13 · p. Seite 578

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
41 (1896-1897)
Issue
Heft 13
Article
Assyriologische Studien
Date
1897-01-01
Page
Seite 578 (sequence 2)
Language
German
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578 AsHjriologbclio Studien lil. sind. Es ist eine merkwürdig(‘ Erscheinung, dass um 1400 in Vorderasien die Diplomatensprache das semitische Baby- Ionisch und die gebräuchliche oificielle Schrift die Keilschrift ist Wenn man in Palästina Keilschrift schrieb, so war ein reger Verkehr zwischen diesem Lande und Babylonien die natürliche Folge. Babylonien war ja im dritten und /weiten Jahrtausend der Sit z der vorderasiatischen (’ultur und Wissenschaft Mit der Schrift musst(' der Kanaanäer auch hah. Wissenschaft sich nneigueu. So verbreitetem sich bah, Lehren und Anschauungen auch in Palästina. Die Schreiber der Amarnabriefe hatten sieb das Babylonische so mundgerecht gemacht, dass sie es mit eigenen Wortbildungen durchsetzen und oft kanaunäisch beugten. Von allergrüsster Wichtigkeit sind für uns die Keilschriftbriefe aus Jerusalem1). Ucker die Zeit der Einwanderung der Hebräer nach Kanaan (Kinaehi heisst es in den Keilscliriftbriefen) sind wir durch die Bücher Josua und Richter unterrichtet. Anschaulich genug ist das Bild, welches da von den Kämpfen der Einwandernden mit den Kanaanäischen Völkern entworfen wird. Es ist selbstverständlich, dass das rein Historische, losgelüst von den religiösen Momenten, die den Berichterstatter naturgemäss hüten, anders erscheint als in der vorliegenden Fassung. Die kritische Forschung ist darüber einig, dass die Einwanderung der Hebräer nur eine allmähliche gewesen sein kann, was übrigens mit der heiligen Tradition durchaus nicht im Widerspruche steht, die schon in ältester Zeit von einer langsam fortschreitenden Eroberung des gelohten Landes deutlich spricht. Die Kämpfe, mit den kanaanäischen Fürsten von »Jericho, Jerusalem etc., schildert das Buch Josua mit lebendig(*!* Deutlichkeit.; und diese Sehihlerungen werden in vollkommener Weise durch lud. ergänzt und sogar hie und da richtig gestellt. Palästina war in der Zeit um 1400 unter ägyptischer Oberhoheit. Die Amarnabriefe schildern uns die Zustände daselbst mit geradezu frappirendo.r Treue!. Nach ihnen hefindet sich in Palästina eine ansässige kanaanäische Bevölkerung — sie spricht, wie weiter zu erörtern ist, einen dem Hebräischen auf das allernächste verwandten Dialekt — welche im Besitze der bedeutendsten Städte ist, aber durch Eindringlinge fortwährend bedroht ist. Wer nun sind diese einwandernden Stämme? Es handelt sieh ) 8. Zimmers, ZA. 1891, 245 ff.: ZDPV, XIII 133 fl.

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