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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-12-01 · Heft 15 (Dezember 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 15 (Dezember 1852)
Article
Die absetzbaren Hohenpriester während des zweiten Tempels
Date
1852-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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594 Wissenschaftliche Aufsätze. Anan erzählt Zosephus so viel Widersprechendes, daß es schwer wird eine treffende Charakteristik zu begründen. ״Der Hohepriester Ananias, berichtet Josephus, täglich an Ruhm zunehmend, erlangte bei seinen Mitbürgern Beliebtheit und Ehre; denn er war geschickt in Erwerbung von Neichthümern, und gewann den Procurator Albinus und den neuen Hohenpriester (Jesus b. Damnai) durcb Geschenke l). Er hatte rohe Sklaven, die in Verbindung nut Taugenichtsen, in die Tennen gingen, den Priesterzehnten zu erzwingen; sie verschonten diejenigen nicht mit Schlägen. die zu geben sich weigerten", denselben Charakter legt ihm Josephus an einer anderen Stelle bei, daß er sich durch Geldmittel Gunst zu erwerben wußte. Bei Gelegenheit des in pöbelhafte Thätlichkeiten ausartenden Stre.tes der zwei vorletzten aristokratischen Hohen- Priester, fügt Josephus hinzu: ״Der durch seinen Neichthum diejenigen gewann, die zu nehmen bereit waren übertraf Alle". Wenn man sich auch herbcüaßt, dwsen Widerspruch, der zwischen gewaltsamer Zehntenerp ressung und Volksbeliebtheit besteht, hinzunehmen, so drängt sich ein anderer Widerspruch aus, der so recht deutlich beweist, mit welcher parteilichen Leidenschaft Josephus seine Berichte zusammengestellt hat. Denn nicht umsonst streut Josephus die abgerissenen Episoden gelegentlich ein von der wachsenden Macht des Hauses Anan, von den unlautern Mitteln seiner Popularität; er will damit von vorne herein denjenigen Hohenpriester Anan verdächtigen, der in der Revolutionsperiode nächst R. Simon b. Gamaliel und einiger anderer Magnaten die wichtigste Rolle hatte. In seinen frühesten Büchern von dem jüdischen Kriege stempelt Josephus Anan zu seinem Gesinnungsgenossen, zum Nömersteunde, spendet ihm die schmeichelhaftesten Lobreden, legt ihm lauge reactionäre Reden in den Mund, behauptet von ihm, wenn er nicht von den herbeigerusenen Jdumäern ermordet worden wäre, so hätte er die Spannung und den Krieg zwischen Juden und Römern beigelegt 2). In den später geschriebenen Büchern der Alterthümer und in seinem Leben, stempelt er denselben als bestechend und bestechlich, weil wie Hr. Salvador richtig vermuthet, durch die Berichtigungen des Justus von Liberias bekannt geworden sein mochte, daß Anan keinesweges zu Josephus' Freunden gehört, sondern gleich Simon b. Gamaliel seine hinterlistige, verrätherische Rolle erkannt und entgegengearbeitet habe. Nur aus diesem Grunde erzählt Josephus am Unrechten Platze von Anans Bestechlichkeit und Bestechung. Dem sei, wie ihm wolle, so dürste es gewiß sein, daß unter dem Hause Anan, eben der greise Anan zu verstehen ist, der mit dem Patriarchen Simon zu der gemäßigt revolutionären, gleichsam girondistischeu Partei gehörte, und der mit seinen fünf Söhnen in der letzten Zeit vor dem Untergange durch seine Stellung, seinen Neichthum und seine Beredlsarnkert ein Hauptlenker des, dem Unglück geweihten Volkes gewesen war. 1) Antiq. XX. S. S. 2) KadoXti de hmlv * 2wv1og Avdvs ndvmg Sv ä16Xv&7]Cav (jüdischer Krieg IV. 5. 2.)

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