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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-12-01 · Heft 15 (Dezember 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 15 (Dezember 1852)
Article
Die absetzbaren Hohenpriester während des zweiten Tempels
Date
1852-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 591 riamne fesselten. Herodes setzte ihn später wieder ab, weil dessen Tochter bei der Verschwörung seines Bruders Pheroras gegen sein Leben compromittirt war. Dem Joazar, b. Boethos, Sohn des Vorigen, übertrug Herodes das Amt, nachdem sein Vorgänger an der Verschwörung der Pharisäer gegen ihn betheiligt gewesen sein soll. Josephus verwickelt sich in einen doppelten Widerspruch: er läßt den Joazar zweimal absetzen, einmal vom König Archelaus wegen verdächtigter Theilnahme am Aufstande gegen ihn, das anderemal von dem römischen Censor Quirinus, der auf Befehl seines allmächtigen Herrn Augustus Octavianus zum erstenmale die Vermögensverhältnisse der Juden abschätzte, um den Census einzuführen. Diesen Widerspruch kann man zur Noth ausgleichen, daß Joazar zweimal ein- und abgesetzt wurde. Der andere Widerspruch ist schwieriger auszuglätten. Das Volk war gegen die Einsührung des Census, der ihm das Unterthanverhältniß gegen die Römer recht augenscheinlich fühlbar machte, sehr erbittert. Juda, der Gaulanite, der Stifter jener rasenden Patrioten, die sich Zeloten nannten, schürte die Flammen des Unwillens an. Die Gehässigkeit des Census (hebräisirt קנס) hat sich in der neuhebräischen Sprache verewigt, es wird damit jede über die Gebühr hinausgehende Geldstrafe bezeichnet. Der Hohepriester Joazar rieth dem Volke zur Nachgiebigkeit und beschwichtigte den Groll: dennoch soll ihn Quirinus abgesetzt haben!—Der dritte dieses Hauses war Eleasar b. Boethos, Bruder des vorigen, den Archelaus nach Entsetzung seines Bruders ernannt hat. 3. Das Haus Kantheras (בית קתרוס). Man könnte verwuthen, daß dieses Haus mit dem Hause Boethos verwandt gewesen sei, wie Josephus die Genealogie desselben darstellt: allein bei näherer Betrachtung ist diese Nachricht eine von den Ungenauigkeiten und Unrichtigkeiten, die bei Josephus nicht selten Vorkommen, die dann am grellsten hervortreten, wenn man Gelegenheit hat, talmudische Nachrichten damit zu vergleichen. Den ersten aus diesem Hause, der den Zunamen Kantheras führt, (Kav^qag 1711*1710,$) nennt Josephus Simon b. Boethos und gibt zu verstehen, als wenn es derselbe Simon b. Boethos sei, der Herodes Schwiegervater gewesen, ferner daß auch dessen zwei Brüder und dessen Vater Boethos das Hohenpriester-Amt bekleidet hätten 5). Die Commentatoren des Josephus haben sich dem undankbaren Geschäft unterzogen, die Schwierigkeiten auszugleichen; 5) *AygCnnag — t« 6e Borjd'ov JSCfntüvi, — xovxcp Kavdrjqug ijfCxlrjOg rjv — xr\v 71q06ivs1,^(, ävo de rjöav ädelcpol 101 ^CjjLCüvt, xal noariq Borjdbg ov xrj dvyaxql ßaolevg {fvvwxrjöev 'Hqtodrig (Antiqu. XIX. VI, 1.)

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