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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-12-01 · Heft 15 (Dezember 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 15 (Dezember 1852)
Article
Die absetzbaren Hohenpriester während des zweiten Tempels
Date
1852-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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590 Wissenschaftliche Aufsätze. ertönte er tadelnd, und nur einmal lobend: öffnet die Tempelpforten, daß einziehen möge Elisa b. Fabi, der Jünger PinchaS', das Hohenpriesteramt zu übernehmen." Josephus ergänzt diesen sinnvollen Spruch durch eine Andeutung. Dieser b. Fabi wurde zu der Zeit ernannt, als ein Aufstand der einfachen Priester gegen die Hohenpriester, namentlich aus dem Hause Ananias, wegen ihrer schamlosen Habsucht und empörenden Uebermuthes ausbrach. Ihre Sklaven mit Stöcken und Keulen bewaffnet, von einem pöbelhaften Gesindel begleitet, schickten diese Hohen- Priester in die Tennen, um den Zehnten mit Gewalt für sich erpressen zu lassen. Die ärmeren, machtlosen Priester waren ihrer Einnahmen, das Volk seiner freien Verfügung über den Zehnten seiner Ernte beraubt. Beiden war das Haus Ananias verhaßt; daher der dringende Ruf nach Ernennung des Elisa b. Fabi erklärlich. Elisa b. Fabi zeigte sich auch des Vertrauens würdig. Muthig und standhaft nahm er sich des Heiligthums gegen die Eingriffe des jüngern Agrippa und der Procuratoren an. Agrippa hatte nahe am Kystus dem Tempel gegenüber einen hohen Bau auffnhren lassen, angeblich um eine freie Aussicht über die Stadt zu haben, der Hintergedanke aber war, die etwaige Vorgänge im Tempel zu beobachten. Die Tempelvorsteher, unwillig über diese stündliche Spionerie, ließen durch eine hohe Mauer die Aussicht auf die Tempelvorhöft verdecken. Wegen dieser Mauer entstand eine Reibung zwischen dem Priestereollegium und dem König; b. Fabi ging mit eils Abgeordneten nach Nom, bei Nero die Sache des Tempels zu vertreten, und bei dieser Gelegenheit blieb er als Geißel der Treue in Rom zurück. Der Hohepriester Elisa war seines Sohnes, des Tanaiten R. Jsmael, in jeder Beziehung würdig. 2. Das Haus Bo 6 thos (בית ביחוס). Es stammte aus Alexandrien, wie Josephus berichtet*). Der erste dieses Hauses Simon b. Boethos verdankte seine Würde der Schönheit seiner Tochter, deren Reize dem König Herodes nach der Hinrichtung seiner vielgeliebten Ma- 4) Es ist so viel über die Baithusim conjecturirt worden, daß eine Conjectur mehr die Auffindung der Wahrheit nur fördern kann. Es ist möglich, daß die ביתוסים ihren Namen von dem Hause Boöthos erhalten haben, die vielleicht zuerst oder zumeist jene hcterodoxe Ansichten verfochten haben. Dann würde sich auch die Differenz zwischen ביחוסים und צהקים leichter ergeben. Die Opposition der Ersteren bezieht sich zumeist auf Tempelritualien, z. B. יתקן בחוץ ויקמיר בפנים. Allerdings müßte man vor dieser Untersuchung die Textkritik üben und die richtige Leseart sestschen. Denn oft steht צדוקים anstatt ביתוסים (vgl. Joma babli 19 mit Tosefta I.) Wenn die Boethusim in dem Hause Boethos ihren Ursprung hätten, so wäre, da dieses Haus aus Alexandrien stammte, die Brücke vom Hellenismus zum Sadducaismuö gefunden.

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