Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- Die absetzbaren Hohenpriester während des zweiten Tempels
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aussätze. 589 Vater eines schönen Mädchens die Würde einznräumen. Er wird nach dem ersten Wahlhohenpriester Ananel genannt, es scheint aber eine Lücke zwischen beiden zu sein. Ans demselben Hause war Jsmael b. Fabi, dm der Procurator Gratus, vom Kaiser Tiberius im ersten Jahreseiner Regierung nach Judäa geschickt, eingesetzt hat, also ums Jahr 15 nach der gewöhnlichen Zeitrechnung. Dieses Datum ist wegen eines Umstandes wichtig. Josephus läßt 47 Jahre später wieder einen Jsmael b. Fabi einsetzen, und zwar von Agrippa dem jüngern, im letz- Len Jahre der Proeuratur des Felix, während Nero's Regierung. Unter dem Procurator Festus läßt Josephus diesen Jsmael mit einer Gesandtschast nach Nom gehen, um beim Kaiser Nero Klage zu führen, er muß auch in Rom als Geißel bleiben. Unmöglich kann dies derselbe Jsmael sein, der zu Anfang der Negierung des Tiberius Hohen- Priester wurde, und wohl damals nicht gerade ein Jüngling gewesen sein kann. Wer wird einen Greis von 80 Jahren eine so weite Reise von Jerusalem nach Rom machen lassen; wer wird einen solchen Greis als Geißel zurückbehalten, um gleichsam sich vom Tode eine Bürgschaft ausstellen lassen! Augenscheinlich ist hier Jsmaels Sohn Elisa gemeint, den der Talmud kennt, dessen Sohn wieder Jsmael hieß (also nach dem Großvater). Auch andere Belege sprechen dafür, daß Jsmael mit Elisa verwechselt wurde^). Dadurch löstt sich auch der Widerspruch, daß in dem Fragmente, das später beleuchtet werden wird, Jsmael b. Fabi gegeißelt wird, während er in einem andern Fragmente als ein Jdealhoherpriester verherrlicht wird. An der letzten Stelle ist aber von Elisa (b. Jsmael b. Fabi) die Rede. Elisa wäre also der Dritte aus dem Hause Fabi. Elisa machte eine Ausnahme von der Regel der entarteten Hohenpriester; der Talmud, der zuverlässigste Zeuge in diesem Punkte, nennt ihn einen würdigen Enkel und Jünger des Musterpriesters Pinchas. ״Viermal ließ der Prieftervorhof seinen warnenden Ruf ertönen" (wenn die Menschen schweigen müssen, sprechen die Dinge um so lauter), so erzählt eine alte Ueberlteferung; dreimal 3- In der Parallelstelle zu Pesachim 57 steht in Tosesta Menachot anstatt; פאבי p אוי לי מבית ישמעאל, die Variante אוי לי מבית אלישע. Ferner in Psachim das. steht das sonderbare p שאו שערים ראשיכם ויכנס אל ישמע פיאבי. Offenbar hat ursprünglich gestanden אלישע, da aber ans Mischna Para und anderen Stellen ein ישמעאל bekannt wurde, so verwandelte eine flüchtige Hand das Unbekannte in das Bekannte, und von der ursprünglichen Leseart blieb nur noch eine Spur in אלי ש. Auch bei Josephus scheint roll vor I^ar!X ausgefallen zu sein. Dadurch könnte auch die dunkle Tradition, daß N. Josua den Tanaiten N. Jsmael b. Elisa aus Nom nach Judäa gebracht habe, eine Begründung erhalten, wenn es sein Vater gewesen, der vielleicht mit seiner Familie in Nom als Geißel geblieben war.