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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-12-01 · Heft 15 (Dezember 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 15 (Dezember 1852)
Article
Die absetzbaren Hohenpriester während des zweiten Tempels
Date
1852-12-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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588 Wissenschaftliche Aufsätze. Maaß mit Gold, und die römischen Promratoren, denen die Republik oder das Kaiserreich gleichviel eine Provinz als ergiebige Goldmine zuzuweisen pflegte, waren keine Geld verachtenden Spartaner. Man wendete ans das Verhältniß der früheren erblichen zu den späteren absetzbaren Hohenpriester recht passend Den Spruchvers an: ״Die Gottesfurcht gewährt Dauer", das sind die Hohenpriester des ersten Tempels, wo Sohn auf.Vater folgte, und nur achtzehn während des Bestandes des salomonischen Tempels fungirten (nach Josephus 22), ״aber die Jahre der Frevler sind kurz" das sind die Hohenpriester des zweiten Tempels, die 80 — 85 aus einander folgten, von denen Manche kaum ein Jahr im Amte blieben, weil sie das Amt für Geld kauften" 2). Die Zahl 89 ist zwar etwas übertrieben, denn wenn man von dieser Zahl abziehet die vier zehen vorhasmonäischeu, die mit 2 usnabme von Zweien die Legitimität nicht verletzt haben, ferner die neun hasmonäischen Hohenpriester, die noch weniger von der alten Norm abgewichen sind: so würden nach obiger Angabe 57 Hohepriester aus das hundertjährige herodianische Zettalter kommen. Dennoch ist diese vym Talmud angegebene Zahl der Wahrbeit näher als die Zahl 28, die Josephus summarisch zusammenzahlt, ohne sie im Einzelnen nachgewiesen zu haben. Josephus hat bei dem Bestreben recht genau und ausführlich zu fein, doch manche Lücke gelassen, die auf eine höhere Zahl schließen läßt. Wichtiger als die statistische Zahl ist der Umstand, daß so Willkürlich und launenhaft auch ihre Belehnung gewesen ist, dennoch gewisse Familien das Hohepriesterthnm als Privilegium zu behaupten wußten. Wenn man von den vereinzelten Hohenpriestern abfiehet, so ergeben sich fünf Familiengruppen, die sich die Hohenpriesterwürde streitig machten. Es ist meines Wissens ans diesen Umstand noch nirgends aufmerksam gemacht worden, obwohl diese Zusammenstellung ein Schlaglicht ans dieses Werk der Finsterniß wirst. Die fünf Familiengruppen werden benannt, das Haus Fabt, das Haus Boöthos, das Haus Anan (oder Ananias), das Haus Kantheras (oder KaLheras), endlich das Haus Kam yt (Kam chi t). Manche Schwierigkeit löftt sich durch diese Gruppirung und besonders erleichtert sie bas Verständniß jenes satyrischen Bruchstückes, dessen früher erwähnt wurde. Wir wollen es versuchen eine Charakteristik derselben zu zeichnen, so viel sich aus der Vergleichung der Berichte Josephus' und des Talmuds entnehmen läßt. 1. Das Haus Fabi (בית פיאבי). Der erste Hohepriester aus dieser Familie war Josua b. Fabi, den Herodes abgesetzt, um dem 2) Vgl. Jeruschalmi Joma l. Die babylonische Nachricht hat die über- Lriebene Zahl 300, die schon Asaria de'Nossi berichtigt hat.

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