Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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584 Meenfionen und Anzeigen. von Dichtern, naturhistorische Sätze und Beispiele, exegetische Fragmente die in dem Buche sich vorfinden , in vielfacher Beziehung auch für andere gelehrte Kreise von Interesse und Belehrung sind. — Gibt A. Len David zwar in . der Einleitung an, daß die Ausgleichung des scheinbaren Widerspruchs zwischen Vorsehung und Willensfreiheit Zweck seines Werkes sei, der übrige Inhalt desselben nur als Prolegomenon hierzu betrachtet werden dürfe, so möchte man doch annehmen, daß die Auslösung senes Problems nur Vorwand war, um seine Logik, Psychologie, Metaphysik (womit seine Theorie der Engellehre verbunden ist) und eigentliche Dogmatik des Judenthnms, welche Disciplinen den größeren Theil des Werkes füllen, auch für Nichtphitosophen darzustellen. So unterscheidet er sich denn von seinen beiden großen Zeitgenossen Je hu da Halevi (dessen Dichtungen er z. B. S. 89 d. hebr. Textes^) mit vieler Ehrerbietung anführt) und Maimonides in zwiefacher Hinsicht, in Ziel und Auffassung. Jehuda Halevi schrieb seinen Cusari für Zweifler, um sie zum Glauben zurückznführen und darin zu befestigen; Maimonides schrieb seinen More für Philosophen, um ihnen darzuihun, daß der Glaube nicht zu verachten sei und dessen Lehrsätze auch mit den Ergebnissen der Philosophie in Harmonie gebracht werden können. A. b en David aber beabsichtigte Anfänger und Dilettanten mit den höheren wissenschaftlichen Wahrheiten bekannt zu machen, und ging darum in seiner Darstellung ganz methodisch zu Werke. — Bei Jehuda Halevi ist der geosfenbarte Glaube Grundlage oller Religion; der im Glauben Erstarkte mag -jedoch auch in den Räumen des Wissens sich ergehen, um darin Bestätigung für seine Glaubenssätze zu finden. Maimonides stellt das Wissen über den Glauben; manche Glaubenssätze sind nach ihm nur deßhalb unumstößlich, weil die Wissenschaft sie durch keinen Gegenbeweis zu entkräften im Stande ist: Abraham ben David hingegen laßt Glauben und Wissen friedlich neben einander wandeln, keines von Beiden sich überhebend, sondern gegenseitig sich nnterstützend gelangen sie zum erwünschten Ziele. A. ben David ist sonach gewissermaßen das Mittelglied in der Kette, welche jene großen Denker des 12. Jahrhunderts mit einander verbindet; in ihm und durch ihn vervollständigt sich die Trias, von der man sagen mag, ״und der dreifache -Faden wird sobald nicht reißen!" (Pred. Sal. 4, 12.) — — Also an sich schon Grund genug, um alle Freunde und Gönner der jüdischen Wissenschaft auf dieses Werk aufmerksam zu machen. *) Die daselbst angeführte Stelle ist aus der Keduscha zum Morgengebete des Versöhnungstages, nach sesardischem Ritus, und befindet sich in Sachs, rel. Poesie der Juden in Spanien S. 85. ins Deutsche übersetzt, welches wir (da der Herausgeber es unterließ) hier bemerken»