Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 583 1852. Selbstverlag des Herausgebers. 104 S. Text und 1 S» Vorwort d. Herausg. hebräisch, V und 134 S!. deutsch in 8. Bei Anzeige der Schrift des Herrn D1\ Gugenheimer (״die RelkgionSphilosophie d. R. Abraham ben David Halevi re/') im Maiheste d. I. (S. 232. seq.), und an mehrern Stellen unserer Anmerkungen zu ״Munk's Philosophie und philos. Schriftsteller der Juden" hatten wir bereits den Wunsch ausgedrückt, die durch ein eignes Geschick so viele Jahrhunderte säst verschollen gewesene ״Emuna ramau des berühmten Chronographen Abraham ben David vollständig ans Licht gebracht zu sehen; wir freuen uns nun mittheilen zu können, daß Herr Simson Weil, Lehrer und Erzieher zu Frankfurt a. M., sich dieser Arbeit unterzogen und nicht nur das Werk selbst in hebräischer Sprache (worin eS in früherer Zeit aus dem Arabischen übersetzt wurde) edirt, sondern eS auch mit einer im fließenden Style geschriebenen, möglichst wortgetreuen deutschen Uebersetzung begleitet hat. Nächstdem hat der Herausgeber, besonders zum Verständniß mancher incorrecten Stellen der von ihm benützten Handschrift und vieler arabifirenden Sätze und Wendungen der hebräischen Uebersetzung, kurze Randglossen in hebr. Sprache dem Texte beigefügt, wodurch den des Hebräischen zwar kundigen Lesern, denen aber die Darstellungsweise der jüdisch-philosophischen Werke des Mittelalters minder geläufig ist,, die Leeture dieser Schrift erleichtert wird. — Zeigte uns Herr Dr. Gugenh. in dem Eingangs erwähnten Schristchen allerdings die Contouren jenes philosophischen Werks des Abr. b. David, hatte das Publikum hierdurch dessen Inhalt zwar kennen gelernt und war über den Standpunkt des A. b. Davids zu den arabisch-philosophischen Schulen unterrichtet worden, so glich dieser Einblick doch mehr dem eines Wanderers, der die mannichsachen größeren und kleineren, geraden und gewundenen Straßen und Gäßchen einer bedeutenden Stadt zum erstenmale von einer benachbarten Höhe erschauet; er hat zwar ein Bild der Stadt und ihrer Theile in sich ausgenommen, wird sich aber doch noch nicht ganz darin zu recht zu finden wissen, bis er ׳ die Stadt selbst betreten und nach ihren verschiednen Seiten und Richtungen hin durchschritten hat. Ebenso wird auch der für die philosophischen Forschungen der jüdischen Denker sich interessirende Gelehrte erst nach speeieller Einsicht dieses jetzt edirten Werkes ein richtiges und vollständiges Urtheil über dasselbe und dessen Eigenthümlichkeiten, über Methode, Plan und Zweck des Verfassers, über sein Verhältniß zu anderen gleichzeitigen jüd. Schriftstellern, über seine Polemik gegen Jbn Gebirol, über seine Widerlegung mancher christlichen und mahomedanischen Schrift-Auffassungen und dergl. zu Men im Stande sein, wobei außerdem noch manche historische und geographische Andeutungen, Anführungen