Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Reeenfiomn und Anzeigen. 885 Da der Herausgeber das Werk auf seine Kosten drucken ließ, so verdient erden Dank und die Unterstützung aller Literatursreunde, und wollen wir über manches Mangelhafte in der Ausstattung (als zu enger Druck des Hebräischen, Weglassung der Nachweisungen zu den h. Schriftcitaten in der deutschen Uebersetzung und Mehreres dergleichen) nicht rechten, sondern dessen Fleiß in Sichtung mancher Jneorrectheiten der Handschrift gern rühmend anerkennen. Auch ist die Uebersetzung im Ganzen wohlgelungen, welches bei den vielen Schwierigkeiten des hebräisch-philosopbischen Idioms, um so mehr hervorgehoben werden muß. Unter denjenigen wenigen Stellen jedoch, welche nach unserm Dafürhalten der Uebersetzer nicht ganz richtig aufgefaßt bat, bemerken wir der Kürze willen hier nur S. NI. der deutschen Hebers.. wo die hebr. Worte (S. 87) וכי שלא ידע גדר עשרה auf die zehn Sefirot gedeutet werden. Ä. den David scheint aber dle zehn aristotelischen Ka- Legoneen im Sinne gehabt zu haben, denn Letztere bezeichnet er S. 5. als הלושי המציאות מאוד, ebenso wie er die S. 87. erwähnten zehn פחותי המציאות nennt; er will sagen, daß Jemand, der nicht einmal die Elemente der Logik (die 10 Kategorieeu) kennt, höhere metaphystsche Sätze nicht fassen könne. Auf die Sefirot bezogen, die ohnehin nicht in die Anschauungsweise A. ben Davids gehörten, würde dies kernen rechten Sinn geben. — In dem Vorworte des Herausgebers, worin Manches aus dem Leben A. ben Davids mitgetheilt ist, würde allerdings das Schriftchen Gugenheimers, wodurch man doch im Grunde aus die Emuna ramah erst aufmerksam gemacht wurde, eine Erwähnung verdient haben; doch vernehmen wir, daß der in isolirten und bedrängten Verhältnissen lebende Herausgeber gar keine Kenntniß von jenem Schriftchen hatte, und daher zu entschuldigen ist. Dr. B. Beer. Wilsen schastliche Aufsätze. Die absehbare» Hotzenpriester während des zweiten Tempels. Die Biographie der Hohenpriester ist die Geschichte des zweiten Tempels. Die Hohenpriester bilden den schqrf hervortretenden Vordergrund zu dem überraschend großartigen Charaktergemälde, welches in dem engen Rahmen Judäas innerhalb dieses statistisch winzigen, geistig großen Volkes dargestellt ist. Hohepriester haben den neuen jüdischen Staat gegründet und ihn patriarchalisch regiert, Hohepriester haben den jungen kaum befestigten Staat unterwühlt und ihn gefährdet; Hohepriester haben