Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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Galerie jüdischer Reisebeschreiber. 575 1155 zu: er genoß zwar nicht lange seine Selbstständigkeit, er starb noch vielfach beunruhigt fünf Jahre hierauf, doch ließ er seinem Sohne Mostanged, der als ein stiller und gerechter Fürst gerühmt wird, die Freiheit zurück 4). — Hieran reihen wir einen kurzen Ueberblick über den Zustand der Juden unter dem Abbasidischen Kalifat. Wie bekannt stand unter der neuperstschen Herrschaft ein Exiloberhaupt an der Spitze der babylonischen (und persischen) Juden, vom Könige ernannt und eingesetzt. Unter und neben ihm waren die zwei Häupter der Academien zu Sura und Pumbedita. Diese Academien hatten sich (wie aus dem alten Briefe des R. Scherira bekannt) unter dem Kalifat erhalten, ihre Häupter trugen den Namen ״Geonim" (die Großen). Schon kurze Zeit nach Erbauung der Stadt Bagdad wird ״die Synagoge des ben Naschala zu Bagdad" erwähnt, in der bei der zwiespältigen Wahl eines Gaon für Pumbedita die zwei Rivalen zusammentrafen °). — Das Geonat dauerte bis znm 11. Jahrh.: mit R. Hai hörte es nach seiner früheren großen Bedeutung und seinen Einfluß auf ferne Länder auf; doch wurde noch ferner ein Exiloberhanpt ernannt^), über dessen Macht und Ansehen B. in dem nun folgenden Bericht erzählt. ״Bagdad ist die Residenz des Abbasidischen Kalifen, des Emir al Mumenin, der an der Spitze der mahomcdanischen Religion stehet. Ihm huldigen alle mahomedanischen Fürsten, seine Würde ist wie die des Papstes bei den Christen. Sein Pallast zu Bagdad ist drei Milen groß: und in diesem Pallast ist ein Lustgarten, in dem alle Arten Bäume, Gewild und ein aus dem Euphrat dahin ge- 4) Vgl. Morigny Geschichte der Araber (deutsche llebers.) Th. 3. S. 478 ff. Lebrecht a. a. O. 5) N. Scherira S. 40. Ein im I. 705 gewählter Gaou war ״aus der Stadt כלודאי, die nahe an Bagdad ist"(das.). Dieses בוודאי istKelwad, das nach Edrisi zwei Parasangen von Bagdad lag (vgl. Ritter Erdkunde Th. 10 S. 201), und bis wohin sich allmälig Bagdad selbst ausdehnte (das.). Scherira svricht ferner (S. 39) von Natroi Kahana. der etwas nach 748 lebte, und fügt hinzu: ״ ומן בגדאד הוד, מן תווזירא בראer war aus Bagdad von der äußern Brücke." Hiermit ist Korch gemeint, die in der Westseite der Tigris gelegene und weiter von B. gedachte Vorstadt Bagdads, und mit derselben durch zwei Brücken verbunden (vgl. Ritter S. 200. 201). In, Jahre 748 war Bagdad noch nicht erbauet und N. Scherira nimmt die Ortsbestimmung seiner Zeit an. Hingegen lag nach Abulseda in der Gegend des nachmaligen Bagdad früher ein stark besuchter Marktort ״Suk cl Thalatha" benannt (Ritter S. 196): aus diesem Ort« war N. Natroi, und cs wird also dieser Ort an der Westseite des Euphrats zu suchen sein. 6) Charisi fand (Makame 46) noch zu seiner Zeit eine» Exilarchen David zu Mosul. vgl. weiter.