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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-12-01 · Heft 15 (Dezember 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 15 (Dezember 1852)
Article
Galerie jüdischer Reisebeschreiber
Date
1852-12-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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568 Galerie jüdischer Reisebeschreibcr. (Giscala) zwanzig, Kades wie sehr viele andere Städte keine jüd. Bewohner. — Doch wenn die Lebenden schweigen müssen, sprechen um so beredtsamcr die Todten. Dem Inden wurde kein Antheil an dem Lande seiner Väter gestattet, selbst der Ausenthalt wurde ihm kaum gegönnt: aber ihm konnte nicht verwehrt werden die Stimme seiner verstorbenen Lehrer und Frommen zu vernehme», und sich ihre Grabstätten zurückzurnsen. Es tauchen in der Periode in welcher B. reiste viele durch Gräber srüherer und späterer Lehrer genannte Orte auf. Die ältere Zeit erquickte sich an dem lebendigen Flusse der geistigen Strömung: sie hielt die Verstorbenen nach ihrer großen Hinterlassenschaft in Ehren, nannte sie in den Lehrziinmern und achtete ihre Worte hoch und des tiefen Studiums würdig: die irdischen Ueberreste gehörten der Erde an, das ihr Znrückgegcbene ist dem Leben entschwunden"). — Die sich immer mehr trübende Zeit suchte an der Stätte des Todes selbst noch Trost: wo seine Großen liegen fand das nach Trost lechzende Gemüth einen Schimmer von Größe an dem es sich in dem schweren Drucke aufrichtete. Manches mag hierzu auch die im Mittelalter unter Mahomedanern und Christen herrschende Richtung, die Gräber der Heiligen aufznsuchen, beigetragen haben: vor Reliquiendienst und sonstiger Anbetung bewahrte der im Judenthnme lebendige göttliche Geist. Erklärt doch das mosaische Gesetz die Leiche für unrein und verbietet die nähere Berührung: und schon hierdurch ist der abergläubischen Verehrung vorgebcugt. — B.'s Bericht über Galiläa macht die Gräber vieler tanaitisckcr und amoraitischer Lehrer namhaft, auch die Grabstätten mancher Propheten und anderer biblischen Männer werden genannt. So zu Zippori — Sifnriah — das Grab des R. Jehuda Hanasi, R. Chija und des Propheten Jona. Zn Tiberias R. Jochanan b. Saccai, zu Meron Hillel und Sammai, zu Kades N. Eleasar b. Arach, R. Eleasar Jsack Chelo chgl. weiter) von Gusch-Chaleb nördlich nach Alma und von da nach Kades gehen^ so kann Alma nicht identisch sein mit dem nur 12 rom. Meilen von Sefuriah entfernten Ulma. . 6) Das mischrische und talmudische Atter weiß nichts von Grabstätten der Propheten und der alten Lehrer. Nur die Davidsgräber und das Grab der Prophetin Chulda werden als zu Jerusalem existirend gedacht und zwar in halachischer Beziehung (Tosefta Baba Batra c. 1). Die Hoble wo Abraham begraben ist wird Baba Batra 57 erwähnt, und eS scheint wiePUchi e. 11, S. 48. bemerkt dort hervorzugehen, daß in der talm. Zeit das oben S. 564 gedachte. Gebäude noch nicht existirte. Doch ist diese Erzählung überhaupt sehr mystisch, und mit Recht sagt Parchi (das.) daß aus ihr kein historischer Schluß gezogen werden kann. Vgl. auch das mystische Referat Nidda 24 b und Schabbat 152b.

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